Ein Mann zu viel, einer genau richtig

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Ein Mann zu viel, einer genau richtig

Ein Mann zu viel, einer genau richtig

Leni Trattner

Und ohne einen Gedanken an die vergangenen Minuten zu verschwenden, sondern nur froh, bald in Ruhe allein essen zu können.
Als ich dann das Haus betrat und die Stiegen zu meiner Wohnung hochging, sah ich ihn. Er stand vor meiner Tür.
Ich blieb stehen.
Nicht lange — nur diesen einen Moment, in dem sich Erwartung und Realität kurz übereinanderschieben und man entscheiden muss, ob man überrascht ist oder ob man sich eingesteht, dass man genau damit gerechnet hat.
„Du hier?“, fragte ich — und stellte damit das Offensichtliche fest.
Er zuckte mit den Schultern. „Ich war in der Nähe. Und Brandgefahr klingt gefährlich. Da wollte ich für dich da sein.“
Ich stellte meine Tasche kurz ab, suchte nach dem Schlüssel und spürte seinen Blick dabei.
„Du siehst geschafft aus“, sagte er.
Ich schnaubte leise. „Ich habe einen grauenhaften Monolog überlebt.“
„Beeindruckend.“
„Ich weiß noch nicht, ob ich stolz darauf bin.“
Ich schloss die Tür auf, trat ein und wollte automatisch nach dem Lichtschalter greifen.
Seine Hand war schneller.
Er legte seine Finger um mein Handgelenk, nicht fest, aber bestimmt genug, dass ich innehielt.
„Nein“, flüsterte er. „Brandgefahr.“
Ich musste lachen. Leise, ein wenig atemloser, als ich erwartet hatte.
„Stimmt“, sagte ich. „Du hast mich erneut gerettet.“
„Und außerdem möchte ich dich an etwas erinnern“, fügte er hinzu, noch immer nah. „Du hast mir geschrieben, ich müsse dich rausholen.“
Ich drehte mich zu ihm. In der Dunkelheit nahm ich nur seine Konturen wahr, aber das genügte auch. Ich sah seine Schultern, die Linie seines Gesichts, das leichte Neigen seines Kopfes.
„Das hast du getan.“
„Ich bin verlässlich.“
„Das habe ich bemerkt.“
Ein kurzer Moment Stille.
„Und jetzt?“, fragte ich.
Er machte einen kleinen Schritt auf mich zu.
„Jetzt“, sagte er, „würde ich sagen, habe ich etwas gut bei dir.“

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