Ein missratener Plan

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Ein missratener Plan

Ein missratener Plan

Alnonymus

Denn die Realität hier auf der Insel sieht nach drei Tagen ganz anders aus, und ich sehe keine Aussicht auf Besserung, ganz im Gegenteil.

Robert steht am späten Vormittag auf, um den ganzen Tag am Pool, oder besser gesagt an der Poolbar, zu verbringen. Natürlich konsumiert er hauptsächlich alkoholische Getränke, was dazu führt, dass er jeden Abend mehr oder weniger alkoholisiert ist. Sein einziges Interesse scheint darin zu bestehen, irgendwelche Frauen anzubaggern. Je mehr er getrunken hat, desto ungehemmter und dreister werden seine Sprüche. Es wundert mich, dass ihm noch keine der Frauen eine runtergehauen hat, so vulgär wie er manchmal ist. Inzwischen halte ich mich die meiste Zeit von ihm fern, denn es ist mir einfach nur peinlich. Trotzdem gebe ich so schnell nicht auf und sitze auch heute Abend nach dem Essen wieder mit ihm bei einem Bier zusammen. Vorsichtshalber habe ich einen kleinen Tisch ziemlich weit hinten auf der Hotelterrasse gewählt. Ich ahne schon, wie das endet, denn er redet sich wieder in Rage, zieht allgemein über die „scheiß Weiber“ her, wie er sie verächtlich nennt, und auch seine künftige Ex bekommt ordentlich ihr Fett weg. Dabei hat er sich voll auf das Thema Sex eingeschossen.

Vorsichtig schaue ich mich um, denn Robert redet nicht gerade leise, doch die Nachbartische sind alle noch frei. Ich weiß, dass es sinnlos ist, trotzdem versuche ich ein vernünftiges Gespräch über das, was Frauen von einem Mann erwarten. Allerdings entwickelt sich eine hitzige Diskussion. „Du Feingeist“, ranzt Robert mich schließlich an, und es klingt wie eine Beleidigung, „wenn ich ficken will, will ich ficken, und damit basta.“ Ich habe endgültig die Nase voll. „Kein Wunder, dass Claudia dich verlassen hat“, gifte ich ihn an, „ich würde dir am liebsten eine reinhauen, bei dem Schwachsinn, den du von dir gibst.

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