Ein missratener Plan

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Ein missratener Plan

Ein missratener Plan

Alnonymus

Der gemeinsame Urlaub mit meinem Kumpel Robert hat sich zu einem echten Albtraum entwickelt, dabei hatte ich es doch nur gut gemeint. Wir kennen uns seit der Schulzeit, haben gemeinsam studiert, und auch wenn wir jetzt zweihundert Kilometer voneinander entfernt wohnen, ist der Kontakt nicht abgerissen. Wir sind zwar miteinander befreundet, aber wirklich eng ist diese Freundschaft nicht, dazu sind wir in vielen Dingen doch zu verschieden. Immer wieder versteht er es, seine ohne Zweifel vorhandene Intelligenz hinter einer derben und vulgären Fassade zu verstecken. Trotzdem ist er kein schlechter Kerl, und da, wenn man ihn braucht.

Auch privat gehen wir unterschiedliche Wege, denn ich bin mit meinen vierzig Jahren immer noch Single, der nur einige mehr oder weniger lange Beziehungen vorweisen kann. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich partout keine Kinder will, und mich deshalb schon vor Jahren für eine Vasektomie entschieden habe. Letztendlich möchte aber jede Frau, die mir gefällt, scheinbar eine Familie gründen. Robert, im gleichen Alter wie ich, hat hingegen zwei Kinder und eine Ehefrau, oder besser gesagt, eine künftige Ex-Ehefrau, denn sie hat ihn vor einigen Wochen vor die Tür gesetzt und die Scheidung in die Wege geleitet. Gekriselt hat es schon länger, doch nun hat sie die Konsequenzen gezogen. Das ist auch der Grund, warum ich Robert überredet habe, mit mir nach Teneriffa zu fliegen. Ich bin seit einem Dreivierteljahr wieder ohne Frau an meiner Seite und kann mich nicht dazu aufraffen, alleine zu verreisen. So ist es die ideale Gelegenheit, Robert aus seinem Loch zu holen, mit ihm die Insel zu erkunden oder auch Zeit am Strand zu verbringen. Das war zumindest mein Plan, der sich gerade in einen Albtraum verwandelt.

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