„Wozu benötigst du diese Dinge?“ wollte Barbara wissen.
„Zum Einführen“ antwortete Klaus; und die Verkäuferin – die ihn ziemlich verwundert ansah – fragte er: „Wie viel macht das?“
Seite an Seite ging Barbara und Klaus weiter. Barbara flüsterte: „Du hast die arme Frau ganz schön verwirrt.“
„Dich auch“ grinste Klaus.
Barbaras Atelier und Wohnung befand sich in einem um die Jahrhundertwende erbautem Haus und lag im Mezzanin. Hohe Doppelflügeltüren mit Glasscheiben an der Eingangstüre und zwischen den Zimmern mit Holzpanelen darin, Bogenfenster und Parkettfussböden, gaben gemeinsam mit der etwas verkommen wirkenden Stuckdecke den Räumen einen beinahe herrschaftlichen Charakter.
„Du wohnst aber nobel!“ stellte Klaus bewundernd fest.
„Die Wohnung gehörte bereits meinen Eltern und die Miete ist aus diesem Grunde erschwinglich. Meine Eltern übersiedelten vor einigen Jahren nach Berlin und überließen mir die Räume.“
„Gibt’s hier eine Leiter?“ wollte Klaus nun wissen.
„Ja, gibt’s. Aber wozu benötigst du eine?“
„Lass’ dich überraschen. Ich werde mich einmal umsehen und vielleicht brauche ich noch das eine oder das andere.“
„Willst du etwas trinken?“
„Wie wär’s mit einem Bier? Mischen soll ja nicht gut sein.“
Klaus schritt durch die Räume und in der Werkstätte fand er einige Wäscheleinen gespannt und darauf hingen mit Kluppen fixiert, Stoff- und Filzstücke, welche Barbara offenbar zur Herstellung ihrer „Kopfkunstwerke“ benötigte. Er nahm einige der Stücke von der Leine, steckte etliche Kluppen in seine Jackentasche und knotete noch mehrere der Leinen los. Eben als er damit beschäftigt war diese zusammenzurollen, kam Barbara mit den Bieren.
„He!“ beschwerte sie sich: „Du hast meine Zuschnitte durcheinander gebracht!“
„Es ist mein Schicksal, Menschen und Dinge durcheinander zu bringen“, antwortete Klaus und es gelang ihm, bedauernd zu klingen. Er fasste Barbara an der Schulter und zog sie an sich.
Ein neues Gefühl
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