Ich war so vertieft in meinen Lesestoff, dass mein Kaffee inzwischen kalt geworden war und ich mich gerade erheben wollte, um mir einen neuen zu kochen, als ich ein Rauschen vernahm. Ich blickte erschrocken auf und sah nur noch etwas durch meine Balkontür fliegen, die ich offengelassen hatte. Es schien ein Vogel zu sein, denn für ein Insekt war es zu groß gewesen.
Mit einem flauen Gefühl in der Magengegend erhob ich mich und blickte in mein Schlafzimmer, von dem mein Balkon abging.
Im ersten Moment sah ich nichts, hörte dann aber etwas flattern, was aber scheinbar aus der Küche kam.
Vorsichtig näherte ich mich der Küche. Wenn es ein Vogel war, wollte ich ihn natürlich nicht erschrecken.
Und dann sah ich ihn: Ein kleiner gelber Kanarienvogel hatte sich in die Gardine gekrallt und schaute mich mit den kleinen, dunklen Augen ängstlich an. Zumindest meinte ich, dass er Angst hatte. Meine Kenntnis von Vögeln beschränkte sich auf das Wissen, dass sie fliegen konnten und Eier legten.
Um ehrlich zu sein, hatte ich nie Kontakt zu Tieren gehabt, war aber beileibe kein Tierhasser.
Um den Vogel in meiner kleinen Küche zu lassen, schloss ich die Tür und überlegte, wie ich jetzt weiter verfahren müsste?
Ich hatte weder einen Käfig, noch würde ich ihn fangen können. Das traute ich mir am wenigsten zu. Dann fiel mir ein, dass eventuell Gabi, eine alleinerziehende Mutter, die unter mir wohnte, einen Käfig hatte. Ihr zehnjähriger Sohn hatte ein Meerschweinchen, vielleicht hatte sie auch einen Käfig, den sie mir leihen konnte.
Ich ging ins Erdgeschoss und klopfte bei Gabi und kam wenig später mit einem kleinen Käfig wieder zurück, den sie für das Meerschweinchen zum Transport zum Tierarzt benutzte, aber im Moment nicht benötigte. Sie gab mir auch noch etwas Vogelfutter und riet mir, das Futter im Käfig zu verstreuen.
Ein Piepmatz zum Verlieben
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