Eine Anzeige mit allerlei Folgen war schlimmer. Doch am schlimmsten wäre ein Hausverbot. Das musste sie unbedingt vermeiden.
Aber das Risiko der Illegalität musste sie in Kauf nehmen. Wenn sie Geld brauchte – und sie brauchte immer Geld, sie hatte ja sonst keine Einkünfte –, zögerte sie nicht lange. Sie ließ sich ansprechen, ließ sich mitnehmen und tat dann, was man von ihr erwartete. Sie ging mit auf das Zimmer oder verabredete sich für die Nacht mit dem Kunden. Das war sogar besser, denn es war meist mit einem guten Essen verbunden und es brachte auch mehr ein. Eine ganze Nacht im Hotelzimmer ist nun mal teurer als nur eine halbe Stunde.
All diese Gedanken rasten durch ihren Kopf, als sie nun diesen Typ anstarrte, der vor ihr stand. Er gefiel ihr, sehr sogar. Aber er würde ihr sicher nichts einbringen. Sie war sich sicher, dass er nicht aus der Gegend war. Denn sie kannte alle Frauen und Männer, die hierherkamen, um ein Schnäppchen zu machen. Ja, auch Männer kamen deswegen. Denn allein reisende Touristinnen zahlten gut, meist sogar mehr als die Männer. Die Männer wollten manchmal auch einen Mann, aber das war gefährlich. Wurde man bei Ausübung der Homosexualität erwischt, gab es kein Pardon.
Nun also dieser athletische, braun gebrannte, gut aussehende Sonnyboy, der nichts anderes wollte, als sie zu vögeln – das war schon klar. Vielleicht war er neu in der Stadt. Oder er suchte eine dumme Kuh, um sie angeblich zu beschützen – ein Zuhälter. Aber so dumm war sie nun auch wieder nicht. Sie brauchte keinen Beschützer. Sich beschützen konnte sie ganz gut selbst.
Der Typ war sehr direkt. Er hielt sich nicht lange mit Anquatschen auf. Er wollte nur das Eine, aber zahlen würde er nichts – weder für Sex noch für das Zimmer. Er hatte keines, und eines für eine halbe Stunde zu mieten, das ging auch nicht.
Ein Quickie am Hotelpool
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