Ein riskanter Job - Der Masseur

54 6-10 Minuten 1 Kommentar
Ein riskanter Job - Der Masseur

Ein riskanter Job - Der Masseur

Alina Soleil

Kürzlich hörte ich in einem Podcast die Geschichte einer Frau, die angeblich während einer Ganzkörpermassage in einem Wellnesshotel von ihrem Masseur gefingert und dabei zum Orgasmus gebracht worden sein soll. Sie sei hin- und hergerissen gewesen, da sie das Erlebnis einerseits als extrem geil empfand, es andererseits jedoch ohne ihre ausdrückliche Zustimmung stattgefunden habe. Dies habe bei ihr zu einem inneren moralischen Konflikt geführt, über den dann im Podcast länger geredet wurde.

Als ich diese Geschichte hörte, musste ich unwillkürlich schmunzeln. Zum einen, weil mir als Physiotherapeut, Masseur und medizinischem Bademeister ähnliche Erzählungen immer wieder begegnen. Ich arbeite in Festanstellung in einem der renommiertesten Wellnesshotels in Österreich, also an genau einem dieser Orte, an denen ein solcher „Special Service“ angeblich existieren soll. Bis vor ein paar Jahren war ich selbst felsenfest davon überzeugt, dass kein professioneller Kollege (und auch keine Kollegin) einen solchen Übergriff jemals wagen würde. Viel zu groß wäre das Risiko, hinterher angezeigt zu werden. Job- und Ansehensverlust, vielleicht sogar eine Vorbestrafung wären die unweigerliche Folge.

Ich musste aber vor allem deshalb schmunzeln, weil mir diese Geschichte tatsächlich so zugestoßen ist. Vielleicht sollte ich zu meiner Entschuldigung sagen, dass es meine Klientin darauf angelegt hatte. Alles ergab sich völlig zwanglos, natürlich, fast schon unausweichlich. Ich weiß, wie sich das anhört, aber so war es wirklich! Von Anfang an war da dieses gegenseitige Vertrauen, diese körpersprachliche, stille Übereinkunft zweier Menschen, die einen magischen Moment miteinander erleben. Im Hier und Jetzt.

Schon als sie den Massageraum betrat, knisterte die Luft. Diese Frau strahlte eine unglaubliche Erotik aus, so selbstverständlich, so unkompliziert, aber gleichzeitig auch fordernd und … hungrig. Ich glaube, das beschreibt es am besten. Sie war hungrig. Hungrig nach Berührung, nach Hautkontakt. Und nach Sex. Es ist schwer in Worte zu fassen. Als sie ihren Badmantel auszog, sah ich aus den Augenwinkeln, wie ihre Nippel sich aufrichteten. Wie ihre Brüste straff wurden. Wie sich an ihrem Hals rote Flecken bildeten. Einen Moment lang stand sie da, vor mir, komplett nackt, nahm ihre schulterlangen, dunkelbraunen Haare zusammen und steckte sie in einem Knoten hoch. Eine Strähne stahl sich heraus und fiel über ihre Wange. Dann legte sie sich in einer geschmeidigen, fast schon animalischen Bewegung bäuchlings auf die Massagebank. Ich hatte ihr zuvor so einen Wegwerfslip gegeben, aber den hatte sie ignoriert. Schnell bedeckte ich ihren wunderschönen, straffen Po mit einem weichen Handtuch.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 4578

Weitere Geschichten aus dem Zyklus:

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Die große Flaute

schreibt Lenni_D._Blixen

Hallo Alina, sehr schön, dass Du Deine Geschichte aus beiden Perspektiven Deiner Protagonisten beschreibst. Das macht das Ganze noch erfahrbarer. Die Geschichte selbst ist knapp und knackig erzählt. So eine ähnliche Geschichte habe ich auch geschrieben, sie hat den vielsagenden Titel: „Bad Harzburg“ 😉. Allerdings etwas ausschweifender und als Mehrteiler. Vielleicht demnächst hier in diesem Portal. Ja, schade, dass das schönste Thema der Welt für so viele Kontroversen sorgt. Ein lockerer Umgang damit wäre wünschenswert, gerade in einer Zeit, in der es ca. 20 % sexlose Ehen in Deutschland gibt. Bei ca. 350Tsd. neuen Ehen in 2024. Immerhin 70.000 Betroffene. Also wohl Millionen, bezogen auf alle Ehen in D. Plus diejenigen, die unfreiwillig alleine leben, die sich mit ihrer Lust allein in den Betten wälzen. Im günstigen Fall haben die Erozuna gefunden. Wäre es deshalb nicht sinnvoll, ganz selbstverständlich nicht nur mit einer/m Leidensgenossen/in zu treffen, um seine Bedürfnisse zu befriedigen? Nicht nur, dass sich meist Männer Sex kaufen, wie es zurzeit häufig geschieht. Vielleicht wäre es an der Zeit, private Treffen gesellschaftlich nicht mehr zu ächten, sondern als wichtigen psychosozialen Aspekt in der Gesellschaft zu etablieren. Ganz offen und selbstverständlich. So, als würde man zur Massage oder zur Krankengymnastik gehen, um sich etwas Gutes zu tun. Klar immer in gegenseitigem Einverständnis. Herzliche Grüße, Lenni

Gedichte auf den Leib geschrieben