Ein Rotmilan spielt Schicksal

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Ein Rotmilan spielt Schicksal

Ein Rotmilan spielt Schicksal

Sven Solge

Der Ast, der seinen Oberschenkel durchbohrt hatte, musste abgesägt werden, weil der nur im Krankenhaus operativ entfernt werden konnte. Auch der Transport die Böschung hoch, war problematisch. Erst ein Leiterwagen der Feuerwehr schaffte es schließlich ihn mit einer Trage hochzuziehen.

Polizisten, die mittlerweile auch eingetroffen waren, nahmen noch ihre Personalien auf und boten ihr an sie zur Pension zu fahren, doch das lehnte sie ab. Den Spaziergang brauchte sie, um ihre Aufregung runterzufahren. Erst jetzt nachdem alle abgefahren waren, spürte sie die Anspannung.

Sie stopfte ihre Regenjacke, die immer noch am Baum hing, in ihren kleinen Rucksack und gerade als sie ihn auf den Rücken schwang, hörte sie wieder diesen hohen Pfeifton eines Vogels, den sie schon einmal gehört hatte. Überrascht schaute Fenja zum Himmel, wo das Geräusch herkommen musste, da sah sie ihn in großer Höhe. Er flatterte auf der Stelle und hielt wohl nach Beute Ausschau. Immer wieder ließ er diesen klagenden Pfeifton hören und plötzlich schoss er nach unten und verschwand hinter den Wipfeln der Tannen.

Sie wandte sich zum Gehen, als sie das Fernglas im Gras sah. Daran hatte sie gar nicht mehr gedacht. Sie hob es auf und betrachtete es etwas genauer! Auf dem Steg zwischen den beiden Okularen war ein kleines Messingschild angebracht, darauf Stand: Johann Penter und eine Telefonnummer.

Irgendwie versetzte der Name sie in Aufregung, konnte aber nicht sagen warum?

So hatte Fenja wenigsten Gelegenheit ihm sein Fernglas zurückzugeben.

Als sie später Frau Lether, ihrer Pensionswirtin von dem Unglück erzählte, war diese ganz erschüttert. „Ach der Johann, der hat in letzter Zeit so viel Pech, vor einem Jahr ist ihm erst seine Frau weggelaufen und nun das!“ Frau Lether schüttelte unentwegt den Kopf. „Und dabei ist er so ein lieber Kerl!“

„Wissen sie in welches Krankenhaus er hier kommen würde?

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