Natürlich war es offensichtlich, dass es sehr wahrscheinlich war, dass auch der kleine Bach einen Großteil der Bedürfnisse seiner pflanzlichen Anrainer abdeckte. Hilfe zu leisten, ist trotzdem immer ein schönes Gefühl. Für die größeren Dringlichkeiten war es unerlässlich, seinen Biorhythmus vorübergehend etwas anzupassen. Am Strand nämlich, der im Grunde von jedem an jedem Tag besucht wurde, gab es unter anderem hinter der kleinen Snackbar eine öffentliche Dusche. Und, jetzt kommt der alles entscheidende Punkt, auch ein öffentliches WC. Natürlich kam es gelegentlich zu einer Notsituation, aber in Summe war das auf der großen Fläche zu verkraften. In einem bestimmten Bereich waren dafür 2 kleine, uralte Klappspaten deponiert, die im Laufe der Zeit so manches verarbeitete Festmahl unter dem Sand verschwinden sahen.
Ich hoffte, noch einen Platz zu ergattern, denn er war unter Motorradfahrern bekannt, viele kamen seit Jahren. Das Wäldchen schmiegte sich an eine riesige Düne, die bis zum Meer reichte. Bis dahin waren es noch wenige Kilometer. Kein Problem zu Fuß. Als ich die kleine Brücke sah, unter der der Bach hindurchlief, sah ich auch schon die ersten Motorräder. Ich hielt trotzdem an und wagte einen Blick in das schattige Zwielicht. Ich konnte niemanden sehen. Ich nahm den Helm ab, legte ihn auf den Tankrucksack und drückte mit dem linken Fuß den Seitenständer nach außen. Ich wollte gerade absteigen, da hörte ich eine weibliche Stimme von links.
„Hi, du siehst so aus, als wärst du ziemlich froh, angekommen zu sein.“ Ich ließ mich zurück auf die Sitzbank sinken und blickte suchend in die Dunkelheit des Pinienwäldchens. Es dauerte einen Moment, aber dann sah ich sie aus einem kleinen Zelt blicken. Die Eingangsplane war nach oben geschlagen und sie hatte ihr Kinn auf ihre hochgestellten Hände gestützt und lächelte mich an.
Ein Sommer in Sardinien
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Ein Sommer in Sardinien
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