Ein Sommer in Sardinien

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Ein Sommer in Sardinien

Ein Sommer in Sardinien

Emil Lorenz

Von ihren Haarspitzen lösten sich Wassertropfen und zerplatzten auf meiner Schulter, um in der Sonne schlagartig zu verdampfen.
„Ich denke“, versuchte sie zu erklären, „sie ist ein brodelnder, südländischer Vulkan. Sie muss immer wieder bestätigt bekommen, wie schön sie ist.“ Tamaras Stimme war immer leiser geworden. Das, was sie dann sagte, kam ganz tief aus ihrer Seele, einer verletzten Seele.
„Und das hat sie auch schon einige Male erfolgreich an Männern getestet, die mir etwas bedeutet haben.“ Sie sah mir in die Augen. „Und glaube mir, ich hätte das nie von den Typen gedacht.“
Ich verstand schlagartig. Für Tamara hatte sich seit gestern, bei meiner Ankunft, langsam aber sicher die Hölle aufgetan. Sie wartete jeden Moment darauf, dass sich Sophia an mich ranmachen würde. Sie hatte Angst. Und noch etwas wurde mir bewusst und ich wünschte mir sehr, mich da nicht zu irren: Sie empfand etwas für mich. So wie auch ich für sie.
„Es würde nichts nützen, dir zu sagen, dass sie gar nicht in mein Beuteschema passt?“
Tamara verdrehte die Augen und lächelte gequält.
„Wie cool, du bist einer von fünf Männern, die es nicht mit so …“, ihr Kinn nickte Richtung ihrer Schwester, „einer geilen Superfrau treiben würden. Wenn die dich an den Eiern hat, bist du für die Frauenwelt auf längere Zeit verloren.“ Ich hörte an ihrer Stimme, dass sie das nicht ganz so ernst gemeint hatte, aber ich wusste, dass sie mich ein wenig aus der Reserve locken wollte. Eine Steilvorlage sozusagen. Ich legte meine Hand in ihren Nacken. Sie nahm ihren Blick von Sophia und blickte zu mir herunter. Unsere Augen verknoteten sich in diesem einzigartigen Moment.
„Ich befürchte, ich habe mich schon in eine wunderschöne Irin verkuckt.“ Ich lächelte sie an und wir trafen uns zu einem langen, intensiven Kuss voller Zärtlichkeit und Verlangen.

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