Am Strand

Ein Sommer mit Anita

17 14-23 Minuten 0 Kommentare
Am Strand

Am Strand

Anita Isiris

Giorgis zog sechs feuchte Euro-Lappen aus seiner Hosentasche und reichte sie mir. „Hier. Zufrieden?“

Es kam mir nicht in den Sinn, für die Sex-Szene mit Anita, die nun folgen würde, auch noch Geld zu verlangen. Ich wollte einfach dabei sein. Das war alles. Giorgis eilte zu Kimmon, wohl auch, um nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen, bis wir bei den Booten sein mussten. Dieser reichte ihm die Kamera. Giorgis wechselte ein paar Worte mit Anita. Diese schien zu zögern und wandte den Kopf in meine Richtung. Ich näherte mich der Dreiergruppe.

„Nils…?“, fragte sie. Sie ahnte wohl bereits, worüber Giorgis und ich gesprochen hatten. „Du musst wissen, was Du tust, Schätzchen“, sagte ich, und stellte mir kurz vor wie es wäre, wenn Anita in allen Stories, die sie je geschrieben hat, die Hauptdarstellerin gewesen wäre. Es war ja alles Teil ihrer reichen Fantasie – und so wohl auch die vor uns liegende halbe Stunde.

Giorgis zog sich an den Strand zurück. Kimmon und Anita gingen tiefer ins Wasser, Hand in Hand, immer tiefer, bis nur noch die Köpfe zu sehen waren. Den Bewegungen nach zu schliessen, entledigte sich Kimmon jetzt seiner Badehose. Lachend schleuderte er sie zu einem der grauen Felsen, wo sie an einer Kante hängen blieb. Dann küssten sich die beiden. Giorgis atmete schwer und filmte. Dieser Kuss war so innig, dass mir die Situation die Tränen in die Augen trieb. Anita spielte hier nicht irgendein Theaterstück. Ihre Gefühle waren authentisch. Sie liebte es, diesen jungen Mann zu küssen, liebte es in vollen Zügen, in frechen, kleinen Meereswellen. Dann kamen die beiden langsam zurück an den Strand. Kimmon hatte einen enormen Schwanz, und ich fragte mich für einen kurzen Augenblick, ob er wohl nicht etwas zu gross war für Anita. Diese griff mit ihrer Linken plötzlich nach Kimmons aufgerichtetem Schwanz – so, wie sie es auf einem Leni-Riefenstahl-Foto gesehen hatte.

Wieder umarmten sich die beiden, küssten sich. Anita wandte mir kurz das Gesicht zu, so, als wollte sie sich bei mir für das entschuldigen, was nun folgen würde. Es war eine Frage von Minuten, bis Kimmon in mein Schätzchen eindringen würde. Aber ich beherrschte mich, wusste, dass Anita niemals mir allein gehören konnte. Sie war Allgemeingut, gehörte vielen, insbesondere den zahllosen Lesern ihrer Geschichten.

Noch während ich diesen Gedanken zu Ende dachte, rang Kimmon Anita zu Boden. Dann wälzten sich beide im Sand, verschwanden im Wasser, wuschen sich von den kleinen Körnern frei. Auf einmal wirkte Anita ganz weich, ganz lieb, ganz offen. Sie leckte an Kimmons Schwanz. Dieser atmete tief – genauso wie sein Kollege neben mir, der konzentriert filmte, um auch keine noch so kleine Bewegung zu verpassen.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 15922

Weitere Geschichten aus dem Zyklus:

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben