Hier konnte er auch kleine, geile Schweinereien zelebrieren - unter anderem mit mir - , frei von Scham, von Moral, frei von neugierigen Nachbarn.
Die Kameras waren überall. Im Duschkopf. In der Toilettenschüssel. Unter dem Bett. Über dem Bett. Im Weinkeller, wo er seine Frauen abfüllte. In der Garage, wo er sie, vorzugsweise, auf der Kühlerhaube seines Lexus, fickte, die Weiber.
Ich habe mich noch nie auf einer Kühlerhaube durchvögeln lassen. Irgendwie käme ich mir dabei vulgär vor - mir gefallen auch die autowaschenden Nacktheiten nicht, die gewisse Kalender zieren, mit Schaumkrönchen auf dem Po.
Der Abend war schon weit fortgeschritten, und ich habe nie mehr einen Mann kennen gelernt, der so lecker und professionell grillieren konnte wie Nils. Alle Männer grillieren, klar. Salat, Tomaten und Mozzarella-Kügelchen hingegen sind wohl bis in alle Ewigkeit Sache der Frau. Wir genossen das herrlich gewürzte Lammsteak, die Spiesschen, den Schwertfisch an an der besten Marinade, die ich je gekostet habe.
Gegen Mitternacht gesellte sich ein unerwarteter Gast zu uns. Martin Jeanrenaud, ein Gynäkologe, der jeden Sommer in Griechenland verbrachte, und dies nur, weil er der Meinung war, dass Retsina nur hier nach Retsina schmeckt. Auch Ouzo hat in Frankreich nicht dasselbe Flair wie in dessen Herkunftsland. So der O-Ton von Martin.
Die Nacht mit drei angeheiterten, entspannten Menschen in der Einöde von Kephalonia nahm ihren Lauf. Nils war nicht der eifersüchtige Typ. Es machte ihm nichts aus, dass Martin Jeanrenaud sich zu mir auf die Couch setzte und die Hand auf mein Knie legte. Er war ein gut aussehender, selbstsicherer Mann, und doch: Unter normalen Umständen hätte ich ihn nicht gewähren lassen. "Hand aufs Knie legen" halte ich für ein no-go. Martin liess es nicht dabei bewenden und schob meinen Sommerrock bis zur Hälfte des Oberschenkels hoch, während er mich mit Komplimenten überschüttete.
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