Der Schlag traf sie härter, als sie erwartet hatte.
Bevor der Lehrer weiterging, beugte er sich leicht zu ihr. „Kommen Sie bitte nach dem Unterricht in mein Büro. Wir müssen reden.“
Nachdem alle Schüler gegangen waren, verschwand Sophie kurz auf die Schultoilette. Sie stand vor dem Spiegel, löste ihren Pferdeschwanz und ließ das rote, leicht gewellte Haar offen über ihren Rücken fallen. Es reichte fast bis zum Gesäß. Eine schnelle Veränderung – bewusst gewählt.
Lange Haare hatten auf Männer eine Wirkung. Und Sophie wusste das.
Konnte es nutzen.
Vielleicht sogar heute.
Als sie klopfte und eintrat, sah sie Herrn Weißmüller hinter seinem Schreibtisch sitzen. Jung, attraktiv, warmes Lächeln – jemand, dem man normalerweise vertraute. Doch heute wirkte er angespannt.
Er bot ihr einen Platz an, räusperte sich und begann:
„Ehrlich gesagt, ich kann mir das nicht erklären. Noch vor Kurzem waren Sie eine meiner zuverlässigsten Schülerinnen. Und jetzt …“ er machte eine hilflose Geste. „Im Unterricht wirken Sie, als würden Sie jeden Moment einschlafen. Sie kommen zu spät, manchmal gar nicht. Mündlich bringen Sie kaum noch etwas ein. Und Ihre Fehler häufen sich – so kenne ich Sie nicht.“
Er atmete aus. „Und dann diese Arbeit. Ich fürchte, Ihre Leistungen vom letzten Jahr werden nicht mehr ausreichen. Ich muss Sie in diesem Halbjahr voraussichtlich mit mangelhaft bewerten.“
Sophie schluckte. „Herr Weißmüller, das können Sie mir nicht antun. Ich war doch immer gut!“
„Ja“, sagte er ruhig, „waren Sie. Doch gute Noten von früher garantieren keine guten Noten heute. Und wir werten hier Leistung. Nicht den Reitsport. Nicht Sympathie.“
Sophie biss sich auf die Lippe. „Ich … ich hatte einen Blackout. Wirklich. Ich darf in Ihrem Fach nicht durchfallen. Sie wissen nicht, wie viel davon abhängt.“
Ein Vierer der Ekstase
Sophie von Wolfenstein - Teil 3
30 23-35 Minuten 0 Kommentare
Ein Vierer der Ekstase
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