Nur auf ihrem Pferd fand sie wirklich Ruhe. Also kehrte sie um, machte sich auf den Weg zum Gestüt und arbeitete dort, bis sie am späten Nachmittag erschöpft, aber innerlich etwas ruhiger wieder zu Hause eintraf.
Nicht wie geplant war sie unter die Dusche gegangen, sondern lag stattdessen in ihrer durchgeschwitzten, längst nicht mehr sauberen Reithose auf dem Sofa. Seit dem Reitturnier hatte sie ihre Kleidung nicht gewechselt. In genau diesen Sachen hatte sie heute den Stall ausgemistet – und nun lag sie damit auf ihrem weißen Ledersofa. Sie musste kichern. Thomas wäre ausgerastet, und auch sie selbst hätte früher darauf geachtet, das Leder nicht zu verschmutzen.
Sie nippte an ihrem Scotch und betrachtete das Schreiben für ihr Stipendium. Ein Notendurchschnitt war darin nicht angegeben, doch der Erhalt hing davon ab, dass sie ihren Abschluss schaffte. Bis vor Kurzem hätte sie sich darüber keine Gedanken machen müssen. Jetzt jedoch dämmerte ihr, dass sie ein halbes Jahr vor dem Abitur dabei war, alles durch Alkohol und Drogen aufs Spiel zu setzen.
Ihr Blick glitt gedankenverloren zum großen Aquarium, dessen leuchtend bunte, exotische Fische den Wohnbereich von der offenen Küche trennten. Der ruhige Anblick half ihr sonst oft, einen klaren Kopf zu bekommen – doch heute blieb diese Wirkung aus.
Wie von selbst glitt ihre Hand zwischen die Beine. Sie öffnete gedankenverloren den Reißverschluss ihrer Reithose und zog ihn ein Stück auseinander. Noch immer trug sie denselben Slip – schmutzig, abgetragen, längst überfällig zum Wechseln.
Sie zog an der Zigarette, während ihr Blick auf dem Höschen ruhte. Thomas liebte getragene Wäsche. Aber was genau machte diesen Geruch eigentlich aus? Sicherlich hätte er jetzt mit der Zunge über die feuchte, stinkende Seide geleckt.
Ein Vierer der Ekstase
Sophie von Wolfenstein - Teil 3
30 23-35 Minuten 0 Kommentare
Ein Vierer der Ekstase
Zugriffe gesamt: 5795
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.