Ein Vierer der Ekstase

Sophie von Wolfenstein - Teil 3

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Ein Vierer der Ekstase

Ein Vierer der Ekstase

Marvin Swan

Da fiel ihr wieder ein, dass ihre Freundin heute vorbeikommen wollte.
Sie öffnete die Tür und ließ Leonie eintreten. Diese sah sich erschrocken um. Überall herrschte Chaos.
„Wie sieht es denn hier aus?“, fragte sie ungläubig.
Sophies Sachen lagen überall verstreut. Eine Spur aus getragener Unterwäsche zog sich vom Badezimmer bis ins Schlafzimmer. Ihre Reitstiefel lagen kreuz und quer vor dem Aquarium. In einer Ecke stapelten sich leere Pizzakartons.
Leonie ließ sich auf das Ledersofa sinken und hob mit spitzen Fingern einen schwarzen String auf.
Sophie war früher penibel gewesen, fast zwanghaft ordentlich. Überraschungsbesuch sollte nie einen Hauch von Nachlässigkeit bemerken. Doch seit sie ihre Nächte auf Partys verbrachte und die Wohnung nur noch zum Schlafen aufsuchte, hatte der Zustand ihres Apartments sichtbar gelitten. Früher hätte sie sich dafür geschämt. Jetzt aber kümmerte sie sich kaum noch darum.
Sophie nahm den Slip und warf ihn achtlos zur Seite.
„Hilfst du mir beim Aufräumen? Nachher kommen ein paar Freunde vorbei, und wir wollen zusammen zu einer Party. Du kommst doch sicher mit, oder? Robert ist auch dabei – den fandest du doch süß?“
Der Vorschlag klang verlockend, doch er passte nicht zu dem eigentlichen Grund ihres Besuchs.
„Sophie, die Klausur wird nicht einfach. Wir hatten doch vereinbart, zusammen zu lernen“, erinnerte Leonie sie eindringlich.
„Die nächsten Prüfungen werden richtig schwer. Die Durchfallquote ist hoch, und das macht mir wirklich Angst“, fügte sie genervt hinzu.
„Wir haben doch noch Zeit“, sagte Sophie gedankenverloren.
„Glaubst du wirklich, du schaffst den ganzen Stoff in ein paar Tagen? Ich brauche ohnehin immer länger als du.“
Sophie schwieg. Leonie spürte, wie die Wut in ihr aufstieg.
„Ich helfe dir jetzt beim Aufräumen, und du sagst die Party ab.

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