Ganz langsam nahm sie den Kopf zurück und ließ ihre Zunge arbeiten. Es war noch viel durchdringender als beim ersten Mal, doch egal wie ich mich auch krümmte, keuchte und stöhnte, sie gab erst Ruhe, als ich fast zusammenbrach.
Erschöpft sank ich auf die Couch und versuchte zu Atem zu kommen. Emmelie wischte sich den Speichel von Mund und Kinn, lächelte und fragte:
„Und?“
„Du machst mich fertig“, gab ich kopfschüttelnd zu.
„Das war der Plan“, sagte sie leise lachend und stand auf.
Emmelie ließ sich neben mir auf die Couch fallen, griff zum Glas und trank es in einem Zug aus.
„Jetzt, im Nachhinein, merke ich meiner Kehle die Penetration ganz schön an.“
Ich holte Luft um mich zu entschuldigen, doch sie hob abwehrend die Hand und fuhr schnell fort.
„Aber ich wollte es so und bereue nichts. Schon beim letzten Date hatte ich mir das vorgenommen, allerdings den rechten Zeitpunkt verpasst. Wenn wir uns weiterhin treffen würden, bliebe es nicht bei diesem einen Mal. Zu erleben was es mit dir macht, wie du stöhnst und kaum noch kannst. Zu spüren, wie es das letzte Quäntchen aus dir herauszieht, ist ein unglaubliches Erlebnis und Belohnung pur.“
Beide waren wir verschwitzt und Emmelie begann zu frösteln. Ich warf ihr die Decke, die wir sonst immer untergelegt hatten, über und zog mir selbst das Hemd wieder an. Sex wollte ich keinen weiter an diesem Abend, nur noch mit ihr reden und sie im Arm halten.
Die Gläser waren mehrfach geleert, die Kerzen abgebrannt, viele Küsse und Zärtlichkeiten getauscht, wobei die Zeit wie im Fluge verging. Nur widerwillig trennten wir uns, als es schon fast zu spät war. An der Tür schossen Emmelie wieder Tränen in die Augen. Ich wagte es aber nicht, sie noch lange zu trösten, denn unsere Partner konnten jeden Moment auftauchen.
Im Bett reflektierte ich über den Abend und erkannte, dass ich wieder eine Chance verspielt hatte. Wäre ich über meinen Schatten gesprungen und hätte Emmelies Kinder angenommen, sie wäre mir ein fürsorglicher Partner geworden. Sicher war sie bestrebt den Kindern ihren richtigen Vater zu erhalten, aber zurückgewiesen hätte sie mich vermutlich nicht.
Trotz all dem Schmerz, den mir Gina zufügte, trotz ihres Verrats, ihrer Lügen, konnte ich immer noch nicht von ihr lassen. Ich liebte und hasste sie. Vor allem aber hasste ich mich, weil ich nicht in der Lage war, die richtigen Schritte zu tun und eine Möglichkeit nach der anderen verpasste. So steuerte ich sehenden Auges auf den absoluten Tiefpunkt meines Lebens zu.
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