Ein wohlgestaltetes Dienstmädchen

TIMEA – Die Abenteuer einer geraubten Prinzessin - 2. Teil

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Ein wohlgestaltetes Dienstmädchen

Ein wohlgestaltetes Dienstmädchen

Peter Hu

Am nächsten Morgen bat die Prinzessin ihren Vater darum, ihr Marie als persönliche Kammerzofe zu überlassen.
Der König überlegte kurz, ...und willigte erstaunlich schnell ein. Er mochte ja etwas starr in seinem Denken sein: Aber ein Unmensch war er schließlich nicht. Sollte das Töchterlein ruhig noch ein bisschen jugendlichen Umgang haben, bevor es die bittere Pflicht der Vernunftsehe mit einem greisen Königskollegen erfüllen musste...

So verlebten die Prinzessin und die Zofe einige glückliche Wochen miteinander und gewöhnten sich mehr und mehr daran.
Aber Stunde um Stunde rückte auch der gefürchtete Hochzeitstag näher. Timeas Unbehagen wuchs mit jedem Wenden der Sanduhr.
Oft weinte sie sich bei ihrer Zofe darüber aus, dass sie das kostbare Häubchen ihrer Unschuld ausgerechnet an einen solch alten, faltigen Sack verlieren sollte. Auch wenn ihr nie klar war, was so kostbar daran sein sollte. Marie jedenfalls, hatte es nur als lästig empfunden, und sich einst mit einem simple Gemüse davon befreit. Timea spielte auch kurz mit dem Gedanken, bis ihr der Eunuch einen bösen Blick zuwarf...

„Wenn alte Hengste auf junge Stuten steigen, bleibt ihnen nicht selten das Herz stehen“, ...hatte Marie sie noch getröstet.

„Ich werde unter ihm bocken und galoppieren, bis ihn der Schlagfuß trifft“, ...trumpfte Timea trotzig auf. Doch dann wurde sie wieder traurig, ...auch wenn ihr Marie noch so liebevoll das Honigtöpfchen züngelte…

„Ich werde in den Gemächern dieses Greises verwelken, wie eine Rose im Herbst. Was nutzt mir die saftigste Schnecke zwischen den Schenkeln, wenn sie nicht ab und zu eine pralle Gurke in den Hals bekommt? ...einen jungen, schönen Recken, der mich zum Brüllen bringt, so wie du Marie, wenn du es mir mit den Fingern besorgst. Ach, wie ich dich vermissen werde...“
Marie besaß ein weiches Herz. Bei diesen Worten rannen auch ihr die heißen Tränen über die Wangen. Aber sie war eine Frau aus dem Volke. Mit ihren fünfundzwanzig Lenzen, stand sie bereits mit beiden Luxusbeinen fest im Leben. Sie wusste genau, worauf es ankam:
Heulen und Wünschen allein, haben noch nie eine Lösung herbei geführt. Man musste das Schicksal schon selbst in die Hand nehmen. Gegen den Willen mächtiger, machtgieriger Könige, war kaum anzukommen. Es sei denn, man wandte sich an eine Hexe. Auch wenn das alles andere als ungefährlich war. Aber was sollte Marie tun? Nicht, dass sie jetzt die Finger von den Männern ließ und nur noch auf lesbisch machte: Ein kräftiger Kutscher zwischen den Schenkeln war durch nichts zu ersetzen; ...außer durch drei Stallknechte oder einen windigen Wäschevertreter. ...Aber sie hatte sich schnell in ihre neue Herrin verliebt. Kunststück, bei so einem schönen, jungen Ding. Und in Timeas geheizten Gemächern, war es auch sehr gemütlich. Gerade, wenn es auf den Winter zu ging...

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