Ein wohlgestaltetes Dienstmädchen

TIMEA – Die Abenteuer einer geraubten Prinzessin - 2. Teil

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Ein wohlgestaltetes Dienstmädchen

Ein wohlgestaltetes Dienstmädchen

Peter Hu

„Schon gut, ihr Memmen“, ...schimpfte Marie da trotzig.
„Dann gehe ich eben allein. Ihr werdet schon sehen, aus welchem Holz „Held-innen“ geschnitzt sind. ...Aus eurem Weichholz jedenfalls nicht. Ihr solltet euch was schämen. Aber ich warne euch. Wartet hier am Rande des Waldes bis ich zurück komme. Andernfalls wird es peinlich für euch enden…!“

Die Soldaten murmelten noch kleinlaut so etwas von „Jung in den Wald hinein gegangen und wenige Stunden später als Greise zurück gekehrt.“ Doch das hörte Marie schon nicht mehr.

...Entschlossen, ...aber mit bangem Herzen, begab sie sich also allein ins tiefe, bedrohliche Grün. So tief und grün, dass gewöhnliches Tief-grün, schon beinahe etwas blass wirkte…

Dieser Wald war wirklich dunkel. Marie war hin und her gerissen zwischen Furcht und Faszination. Bald zerrissen scharfe Dornen ihre Kleider. Auch die Haut blieb nicht verschont. Dazu gab es da diese unheimlichen Geräusche. Vogelgesang, der fast wie menschliches Stimmengewirr klang. Marie beschleunigte ihren Schritt. Die Begegnung mit der Hexe war ihr Ziel, auch wenn sie in diesem Augenblick nichts mehr fürchtete.
Doch damit nicht genug: Um so tiefer sie sich voran kämpfte, um so mehr verlor sie das Gefühl für die Zeit und den Weg. Dazu veränderte sich die Qualität der Dunkelheit. Der Wald hüllte sich zusehends in ein tiefes Nachtschwarz, welches bald schon die Tendenz zu ausgewachsenem Pechschwarz mitbrachte...
Erschöpft, hungrig und zerkratzt, erreichte Marie wie durch ein Wunder eine Lichtung, die von glasklarem Mondschein erhellt wurde. Hier sank sie vollkommen entkräftet ins weiche Moos und schlief sofort ein...

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