Eine Bahnfahrt

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Eine Bahnfahrt

Eine Bahnfahrt

Sven Solge

Die junge Frau, ich schätzte sie auf etwas über 30, hatte es sich auf der Bank, mir gegenüber bequem gemacht. Sie hatte ihre Schuhe ausgezogen und ihre schlanken Beine, neben sich abgelegt. Sie trug einen sehr kurzen, geblümten Rock, der bei dieser Sitzhaltung, fast ihre gesamten Oberschenkel frei gab. Unwillkürlich blieb mein Blick an dem Treffpunkt der beiden Schenkel haften. Bei dem Gedanken, dass ich schon bei der kleinsten Bewegung ihrer Beine, ihren Slip sehen könnte, ließ mein Blut schneller durch die Adern pulsieren.

Schnell löste ich meinen Blick, weil ich fürchtete, dass sie meine Gedanken erraten könnte. Ich ertastete mit meinen Augen ihren Oberkörper und mir wurde sehr heiß, bei dem Anblick dieses Traumkörpers. Der dünne, rote Pullover, der eng ihre kleinen Brüste umschmeichelte, ließ mich kurz die Luft anhalten. Zu erregend waren die Gedanken, die mir durch den Kopf schossen.

Als ich dann in ihr Gesicht sah, wusste ich, dass sie meine Gefühle erraten hatte. Sie hatte ihren Mund leicht zu einem Lächeln geöffnet und eine Reihe ebenmäßiger, weißer Zähne blitzte daraus hervor.

„Gefällt dir was du siehst?“, sagte sie plötzlich und schaute mich mit einem wissenden Gesichtsausdruck an.

Ich schüttelte unwillkürlich den Kopf. Nicht wegen ihrer Frage, sondern über mein dämliches Verhalten, sie angestarrt zu haben. Deshalb bemühte ich mich es sofort klarzustellen:

„Entschuldige! Ich glaube ich träume noch! So etwas Schönes wie dich, gibt es doch nur im Traum.“

Unverhofft beugte sie sich vor und kniff mir in den Oberschenkel. Als ich wegen des leichten Schmerzes zusammen zuckte, sagte sie: „Und…, wach? Mich gibt es wirklich, ich bin kein Traum!“ Sie lachte mich so herzlich an, dass ich auch nur lachen konnte.

Langsam wurde ich mir der Tatsache bewusst, einer Schönheit gegenüber zu sitzen. Mit etwas trockener Stimme sagte ich: „Ja, jetzt bin ich wach! Ich habe überhaupt nicht bemerkt, als du rein gekommen bist, du musst sehr leise gewesen sein!“

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