Eine besonderer Kleingartenverein - Teil 1

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Eine besonderer Kleingartenverein - Teil 1

Eine besonderer Kleingartenverein - Teil 1

Alnonymus

Auf die Spur der intimen Geheimnisse, die es in meinem Umfeld schon so viele Jahre gibt, komme ich im Sommer 1992, und das sollte mein weiteres Leben entscheidend prägen. Meine Eltern haben mich schon mit Anfang zwanzig bekommen, Geschwister habe ich keine. 1992 bin ich zwanzig Jahre alt, und habe nach Abi und Wehrdienst einige Wochen frei, bevor ich mit meinem Studium beginnen werde. Von meinem leider früh verstorbenen Großvater haben wir eine Parzelle in einer Kleingartenkolonie geerbt, wo wir praktisch schon immer jeden Sommer verbracht haben. So lebe ich dort auch jetzt bei meinen Eltern, da ich mir über einen Ferienjob etwas fürs Studium dazuverdienen möchte. Ich fühle mich unheimlich wohl dort, denn es ist nicht spießig, sondern eher etwas alternativ angehaucht. Es gibt Bewohner aller Altersgruppen, jeder kennt jeden, und die meisten sind sogar miteinander befreundet.

Ich muss noch erwähnen, dass meine Eltern ein sehr entspanntes Verhältnis zum Sex haben. Sie sind nicht verklemmt, sondern sie behandeln das Thema ganz natürlich, und beide gehen offen damit um. Oft höre ich nachts, besonders in unserer Laube, wo die Wände dünn sind, lustvolle Geräusche aus dem Schlafzimmer meiner Eltern. Doch das stößt mich nicht ab, sondern ich freue mich, dass sie immer noch so viel Spaß miteinander haben. Ehrlich gesagt, manchmal erregt es mich sogar, und ich denke dann an meine Freundin, während ich mir mit der Hand etwas Erleichterung verschaffe, um einschlafen zu können. Schließlich wird bei uns auch Selbstbefriedigung nicht tabuisiert. So ist es nicht verwunderlich, dass auch ich ein ganz entspanntes Verhältnis zum Sex entwickelt habe. Natürlich ist es am schönsten, wenn man verliebt ist, aber ich habe festgestellt, dass man auch wunderbar eine Frau vögeln kann, wenn es nicht so ist, allerdings sympathisch und einigermaßen attraktiv sollte sie natürlich schon sein. Mein erstes Mal war mit Anfang siebzehn, und seither hatte ich vier mehr oder weniger lange Beziehungen. Bei zwei davon waren die Frauen älter als ich, dementsprechend erfahren und wunderbare Lehrmeisterinnen. Meinen Eltern gegenüber habe ich kein Geheimnis daraus gemacht, auch wenn ich natürlich keine Details erzählt habe. Zurzeit bin ich aber leider Single.

Neben meinem Ferienjob in einer Werkstatt, helfe ich öfter abends und an dem Wochenende dem Wirt, der die Gaststätte des Kleingartenvereins betreibt. Er ist, wie auch mein Vater, im Vorstand des Vereins, und freut sich immer über Hilfe. Die Gaststätte ist im zentralen Vereinsgebäude untergebracht. Es ist ein hoher, langer, farbenfroh angestrichener Bau. Im Erdgeschoss befinden sich die Gaststube, die Gemeinschaftsduschen und zwei relativ große Lagerräume. Ein Geheimnis birgt aber das Dachgeschoss. Im seitlichen Treppenhaus gibt es in der oberen Etage nur eine Tür, die immer, wirklich immer, verschlossen ist. Schon seit unserer Jugend haben meine Freunde und ich natürlich versucht dieses Geheimnis zu lüften, was uns aber nie gelungen ist. Der Schlüssel ist immer gut verwahrt, durch das Schlüsselloch kann man nicht schauen, und da es dort oben nur Dachflächenfenster gibt, kann man auch nicht hineinspähen, selbst mit einer Leiter ist es uns nicht gelungen.

Jeden zweiten Samstag treffen sich die Erwachsenen dort, um am Abend miteinander zu feiern, auch im Winter, wenn die Gartenkolonie unbewohnt ist. Wir Kinder durften nie mitkommen, sondern wurden, solange wir noch klein waren, betreut, später vertrieben wir uns die Zeit mit den anderen Jugendlichen aus der Kolonie. Nie ist es gelungen, uns bei einer solchen Gelegenheit einmal einzuschleichen. Gelegentlich haben wir auch beobachtet, dass zwei, drei oder vier Paare miteinander in das Gebäude verschwanden. Doch auch dann sind wir ebenso wenig in das Treppenhaus gekommen, als wenn die Erwachsenen dort ihre Samstagabendparty feierten. An der Tür lauschen ging also auch dann nicht. So ist dieses Dachgeschoss in meinem zwanzigsten Lebensjahr noch ein Mysterium, über das sich meine Eltern, bei aller Offenheit sonst, immer noch ausschweigen.

An diesem Samstag im Juli ist wieder ein solches Treffen geplant. Ich helfe morgens dem Wirt in der Kneipe beim Putzen und Aufräumen. Als er sich schließlich verabschiedet, da er noch zum Großmarkt muss, mache ich zunächst allein weiter, doch wieder zieht es mich magisch ins Treppenhaus, wieder schleiche ich hoch, doch an einen Erfolg glaube ich nach diesen vielen Jahren nicht mehr. So falle ich vor Schreck fast die Treppe herunter, als ich sehe, wie der Schlüssel im Schloss steckt. Ich kann es nicht glauben, nutze natürlich sofort die Gelegenheit auf Entdeckungstour zu gehen. All die Gedanken, die wir uns als Jugendliche zusammengesponnen haben, schießen mir durch den Kopf: Von geheimen Verschwörungen, über Agentenstorys, bis hin zu schwarzen Messen, die unsere Eltern dort feiern, haben wir uns fast alles zusammenspekuliert. Ich drehe den Schlüssel und öffne wild entschlossen die Tür mit einer kräftigen Bewegung.

Fast die ganze Etage ist ein einziger, großer Raum. Die Fenster spenden nur wenig Licht, aber als ich auf den Schalter neben der Tür drücke, wird der Raum in ein indirektes, warmes Licht getaucht. Der Raum wirkt sofort gemütlich, was sicher auch an den hellen, freundlichen Farben liegt, mit denen die Wände gestrichen sind. Die Stoffe, mit denen die Dachschrägen teilweise bespannt sind, nehmen diese Farben auf, und verstärken den Eindruck somit noch. Gleich rechts neben der Tür ist eine Bar, vor der einige Stehtische und Hocker positioniert sind. Daneben, an der Wand, stehen einige weitere kleine Tische. Ansonsten befinden sich im ganzen Raum verteilt unzählige, gemütlich aussehende Bereich. Es gibt Kissenlager, Liegen, Sofas, und manchmal einfach nur bunt bezogene Matratzen auf dem Boden. Alles ist voneinander getrennt, bildet aber doch eine Einheit, so dass man sich wohlfühlt.

An den Wänden gibt es diverse Fotos und Zeichnungen mit erotischen Darstellungen und Paaren in eindeutigen Positionen. Einige Figuren an der Bar nehmen dieses Thema direkt auf. Alles wirkt aber sehr ästhetisch. Überall verteilt stehen kleine Porzellanschalen mit Kondomen und schöne Boxen mit Kosmetiktüchern. Wie in Trance durchschreite ich den Raum, staunend, was ich sehe. Ich schaue mir alles genau an, sehe zwar, aber mein Gehirn weigert sich noch, das Gesehene zu verarbeiten. Erst jetzt wird mir bewusst, dass in der Ecke des Raumes eine Klimaanlage leise brummt, und die Temperatur auf ein angenehm warmes Niveau hält, während es draußen bereits wieder heiß wird. Schließlich habe ich das Ende des Raumes erreicht.

Hier gibt es, durch eine kleine Trennwand separiert, einen Bereich mit abschließbaren Fächern. Als ich die Namensschilder lese, entdecke ich schnell auch die Vornamen meiner Eltern, neben denen fast aller anderen Kleingartenbesitzer. Den Abschluss des Raumes bildet eine Glaswand mit einer ebenfalls gläsernen Tür. Dahinter befindet sich an der einen Seite eine ganze Reihe von Haken, an denen Badetücher hängen. Rechts ist der komplett geflieste Raum mit sechs Duschköpfen versehen, links wird der Raum von einem Whirlpool beherrscht. Der Pool ist bereits mit Wasser gefüllt, aber noch aus, und auch dieser Bereich ist durch die Klimaanlage angenehm temperiert. Ich drehe mich immer wieder um meine Achse, um alles in mir aufzunehmen.

Plötzlich wird mir mit einem Schlag alles klar, und es zieht mir fast die Beine weg, aber genauso schnell fasse ich mich wieder. Ich habe zwar keine persönliche Erfahrung, aber aus Erzählungen und den Pornomagazinen, die bei der Bundeswehr immer wieder kursierten, weiß ich, dass es sich nur um einen Swinger-Treff handeln kann. Alles ist genauso, wie in den Beschreibungen und Fotos. Ich brauche eine ganze Weile, um alles zu verarbeiten. Sollte sich hier in der Kleingartenanlage ein Swinger-Treff befinden, oder ist gar der gesamte Kleingartenverein ein heimlicher Swinger-Club, und die Mitglieder treffen sich hier, um ungehemmt miteinander zu vögeln? Aber nun macht alles Sinn, auch dass so ein Geheimnis um diese Treffen gemacht wird. Und auch die Beobachtung der Paare, die sich zwischendurch immer mal wieder hierher zurückziehen, um es miteinander zu treiben, reiht sich perfekt ein.

Wouw, das ist echt ein Hammergeheimnis. Ich weiß, dass meine Eltern sich wirklich lieben und ein ungezwungenes Verhältnis zum Sex haben, denn ich höre, wie schon gesagt, immer wieder mal unfreiwillig ihre Liebesgeräusche, aber sollten die Beiden so viel ungezwungener sein, als ich bisher angenommen habe? Treffen sie sich hier tatsächlich regelmäßig mit anderen zum Partnertausch? Ich weiß nicht, wie lange ich dastehe, um alles zu verstehen. Das anfängliche Nichtbegreifen weicht dabei immer mehr der Neugier und der Erregung, besonders wenn ich an die ein oder andere hübsche Nachbarin denke, und mir vorstellt, wie sie es hier mit verschiedenen Männern treibt. Nur zu gerne würde ich dabei einmal Mäuschen sein und die heißen Sexspiele beobachten. Bin ich ein Voyeur? Eigentlich nicht, denn vielleicht würde ich sogar dabei mittmachen, aber könnte ich doch nur einmal zusehen!

Immer wieder wandern meine Augen durch den Raum, und ich versuche jede Einzelheit in mir aufzusaugen. Dabei fällt mein Blick auf zwei kleine, dunkle Stellen an der hell gestrichenen Holzdecke. Ist es das, was ich vermute? Mein Herz schlägt schneller. Umgehend eile ich durch den Raum, macht er das Licht aus, trete ins Treppenhaus und schließe die Tür ab. Den Schlüssel lasse ich natürlich stecken. Im Treppenhaus, gleich neben der Tür, ist eine fest installierte Leiter, die über eine Luke zum Spitzboden führt. Ich steige die Leiter hoch und stoße die Klappe, die sich nicht abschließen lässt, vorsichtig auf. Der Spitzboden hat nur kleine Fenster, ist aber durch Lampen gut beleuchtet. Er ist ausgesprochen sauber und aufgeräumt, nur an den Seiten stehen einige Kisten mit Utensilien, die derzeit in der Gaststätte nicht benötigt werden. Vorsichtig klettere ich aus der Luke, denn man kann sich nur gebückt bewegen, so niedrig ist alles. Als ich den Spitzbodens zur Hälfte durchquert habe, triumphiere ich innerlich.

Ich entdecke dort im Boden tatsächlich zwei runde, unverschlossene Löcher, die etwa zweieinhalb Meter voneinander entfernt sind, und einen Durchmesser von einigen Zentimetern haben. Vermutlich war dort einmal etwas befestigt, was wohl entfernt wurde, ohne die Öffnungen zu verschließen. Schnell liege ich auf dem Bauch, erst vor dem einen, dann vor dem anderen Loch. Ich kann mein Glück nicht fassen, denn von hier aus kann man fast den ganzen Raum darunter überblicken, ohne selbst bemerkt zu werden, jedenfalls wenn man leise ist. Je mehr sich mein verwegener Plan entwickelt, desto schneller schlägt mein Herz. Ein wunderbares Kribbeln erfasst mich. Mich noch einmal umschauend, verlasse ich den Spitzboden, und natürlich verschließe ich die Klappe wieder sorgfältig.

Nachdem ich über die Treppe wieder das Erdgeschoss erreicht habe, öffne ich vorsichtig den Rigel des Fensters, das zur Rückseite des Gebäudes hinausgeht. Da das Fenster etwas klemmt, geht es nicht von allein auf, außerdem steht außen ein großer Busch, der alles verdeckt. Mit klopfendem Herzen und immer noch etwas zittrigen Fingern erledige ich schnell meine Arbeit in der Gaststube. Als der Wirt schließlich zurückkommt, ist alles fertig und ich tue, als ob nichts passiert wäre. Mich freundlich verabschiedend mache ich mich auf den Heimweg. Während des gemeinsamen Mittagessens mit meinen Eltern, muss ich mich geradezu bemühen, sie nicht ständig anzustarren, denn nach meinen Beobachtungen vom Vormittag erscheinen sie mir plötzlich in einem ganz neuen Licht, besonders auch, wenn ich an heute Abend denke. Gott sei Dank bemerken sie aber nichts.

Am Nachmittag packe ich dann meinen Rucksack: Eine Decke, ein Kissen, zwei Packungen Papiertaschentücher, eine Taschenlampe, eine Flasche mit Wasser, und für Notfälle eine leere Flasche zum Hineinpinkeln. Fertig. Um sieben verabschiede ich mich von meinen Eltern, da ich mich angeblich in der Stadt mit Freunden treffen will. Trotz des Betriebs in der Kleingartensiedlung gelange ich ungesehen zum rückseitigen Fenster des Gemeinschaftshauses. Vom Busch gut verborgen, ziehe ich vorsichtig das Fenster auf. Als ich im Treppenhaus niemanden bemerke, schlüpfe ich hinein und verriegle das Fenster wieder. Nur in der Gaststube höre ich den Wirt mit seiner Frau reden. Schnell, aber leise eile ich die Stufen zur ersten Etage hoch, halte mich dort aber nicht auf, sondern erklimme umgehend die Leiter zum Spitzboden. Erst als ich die Luke wieder unbemerkt verschlossen habe, beruhigt sich mein Puls etwas.

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