“, unterbreche ich ihn. „Etwa ein halbes Jahr“, gibt er unumwunden zu, „sonst sind wir immer sehr vorsichtig, aber wir haben uns fast drei Wochen nicht gesehen, … und es ist uns einfach überkommen. … Rosemarie dachte, … nein, wir dachten, dass niemand mehr da ist und wir ungestört sind.“ Herr Laubheim schluckt: „Rosemarie und ich wissen, dass es nicht mehr, aber auch nicht weniger ist, als eine Affäre. … Deshalb liegt mir natürlich etwas an ihr. … Ich kann ihnen nur versichern, dass wir künftig besser aufpassen.“ Na ja, die Affäre kann ich den beiden wohl kaum verbieten, so reicht es mir schon, wenn es keiner mitbekommt. Seine fragenden Blicke treffen mich. „Und was wird jetzt?“ kommt es vorsichtig hinterher. „Na ja, weil ich vorhin nichts gesehen habe, kann ich auch nichts verraten. … Ihr kleines Geheimnis ist bei mir also absolut sicher. Außerdem möchte ich schon gleich gar nicht, dass Rosemarie Ärger bekommt, schließlich ist sie die beste Mitarbeiterin, die ich je hatte. … Aber seien sie um Himmels willen künftig nicht mehr so leichtsinnig, und denken bitte mit dem Kopf, statt mit einem anderen Körperteil“, verkünde ich meine Entscheidung. Meinem Gegenüber scheint eine Zentnerlast von den Schultern zu fallen. „Selbstverständlich, das habe ich ja versprochen“, nickt er, während ich mich bereits erhebe, um zu signalisieren, dass das Gespräch beendet ist. Auch mein Gegenüber erhebt sich. „Wenn sie übrigens mal einen guten Steuerberater brauchen, ich würde mich gerne erkenntlich zeigen“, bietet er mir an, als wir den Ausgang erreicht haben. „Ich werde darauf zurückkommen“, bestätige ich lächelnd, während ich ihm die Tür öffne. So endet dieser ereignisreiche Abend erst einmal, denn Rosemarie hat sich längst heimgeschlichen.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.