Eine dankbare Mitarbeiterin

Auf dem Reiterhof - Teil 2

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Eine dankbare Mitarbeiterin

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Alnonymus

Das zweite Ereignis ist schon eine ganz andere Nummer. Es passiert zwei Wochen nach dem Ereignis, über das ich gerade berichtet habe. Auf dem Reiterhof ist am frühen Abend Ruhe eingekehrt. Die Mitarbeiter sind nach Hause gegangen, die Pferdebesitzer haben sich verabschiedet, das Café ist geschlossen, und im Hotel ist noch nicht viel Betrieb. Wie üblich, mache ich zum Feierabend meinen Rundgang. Auf dem Parkplatz stehen nur die wenigen Autos der Hotelgäste. Deshalb fällt mir das Cabrio vom Steuerberater Laubheim auf, der nicht nur für den Hof arbeitet, sondern auch sein Pferd bei uns stehen hat. Ich nehme an, er hat noch eine Besprechung mit meinem Chef, und so betrete ich ahnungslos die Stallung durch das große Eingangstor. Drinnen ist es durch das Tageslicht noch ausreichend hell, sodass ich keine Beleuchtung benötige. Ich stutze, denn aus dem hinteren Bereich höre ich Stimmen, die ich nicht zuordnen kann. Langsam gehe ich weiter, bis ich zur letzten Pferdebox komme, die derzeit unbelegt ist.

Als ich über die hohe, geschlossene Holzwand durch die Gitterstäbe blicke, glaube ich, meinen Augen nicht trauen zu können. Lang ausgestreckt im Stroh liegt Herr Laubheim auf dem Rücken. Seine Jacke hat er zusammengerollt unter den Kopf gelegt, während sein weißes Oberhemd bis zur Brust hochgeschoben ist. Das rechte Bein ist aus der Reiterhose, wie auch aus der Unterhose befreit, sodass beide Kleidungsstücke nur noch um den rechten Knöchel hängen. Auf der Körpermitte des knapp fünfzigjährigen, sportlichen Mannes kniet eine junge Frau. Sie trägt nur noch ein dunkelrot kariertes Holzfällerhemd, denn Jeans und Höschen liegen unbeachtet neben ihr im Stroh. Auch wenn ich sie, aufgrund ihrer Position, mehr von hinten, als von der Seite sehe, ist mir sofort klar, dass es sich um meine Mitarbeiterin Rosemarie handelt.

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