Es war tatsächlich so, dass mir die Reise nach Peru meine Leichtigkeit und meine teilweise Unbekümmertheit in Sachen Leben und Erotik genommen hatte. Die mystische Welt der Vulkane, das scheinbare Vorhandensein von unsichtbaren Geisterwesen für alle Lebenslagen, an die die Menschen dort glauben, ging nicht ohne Wirkung an mir vorbei.
Mein lesbisches Erlebnis, mit Vesuvia hatte irgendwelche geheimen Neigungen bei mir erweckt. Wobei ich mich weigere, zu ergründen, ob das nur ein Traum oder Wirklichkeit war, so unwirklich schien es nun heute, im Paris mit all seinen Impulsen einer Großstadt. Vielmehr auch deshalb, weil ich bisher keinerlei Tendenzen gezeigt hatte, solchen Neigungen nachzugehen. Lisa und Eve dagegen waren da schon weiter, sie fanden sich hin und wieder zusammen und liebten sich ganz offen und ungeniert. Es erregte sie sogar, wenn ihnen Emile dabei zusah, oder sogar auch noch eingriff und am Ende nicht mehr ganz klar war, wer mit wem…….
Emile war, nach den Erzählungen von Eve, aber doch meist eher ein passiver Zuseher.
Ich ertappte mich nun dabei, dass ich manche Frauen in einem anderen Licht sehen wollte und versuchte, mich in einer erotischen Beziehung mit ihnen zu versetzen. Was jedoch in der nüchternen Atmosphäre eines Bistros oder Cafés in Paris kaum gelang. Es fehlte offenbar hier die sinnliche Mystik Perus. Auch Versuche, Lisa oder Eve in einem anderen Licht zu sehen, waren zum Scheitern verurteilt. Dafür kannten wir uns schon viel zu lang.
Lisa und Eve hörten mir zwar zu, wenn ich von Peru erzählte, doch ich merkte, dass sie nicht erfassen konnten, was ich meinte. Es ist offenbar nur Emile, der durch sein zweites Gesicht, wie ich seine Persönlichkeit inzwischen nenne, dazu befähigt ist. Wenn Emile aus sich herausging, verwandelte er sich innerlich und für mich auch äußerlich.
Eine dunkle Macht
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