Verzehren würden sie sie mit ihren Blicken, beim großen Buffet würden sie sich an sie drängen, die Lüstlinge, und sie würden sich um einen Platz neben Pat in der vordersten Reihe reißen.
Es kam schlimmer.
Nach einer letzten, gründlichen Haarspülung machte Pat sich an besagtem Tag auf zu ihrer Freundin Nina, einer Kosmetikerin in der Altstadt. Ausführlich ließ sie sich beraten, dann die Brauen zupfen, obwohl es kaum etwas zu zupfen gab, dann trug Nina eine Reinigungslotion auf und hantierte geschickt mit Wangen-Rouge und Kajal. „Dezent möchte ich aussehen, keinesfalls nuttig“, lachte Pat, und Nina verstand sofort. „Dezent aber nicht nuttig, obwohl Du Dich ja öffentlich präsentierst, wie ein Model“, lachte die erfahrene Kosmetikerin. Pat war mit dem Resultat sehr zufrieden. Bereits war die Zeit vorgerückt, und es blieb ihr nichts als sich in ihre kleine Wohnung zu begeben, ihr rotes, knöchellanges Kleid anzuziehen und sich in einem Taxi zur Festhalle chauffieren zu lassen.
Um sich etwas abzulenken, hatte Stefano einen Anästhesiedienst übernommen, obwohl Pat sich ihm gerne gezeigt hätte, mit frisch gewaschenem Haar, dezent geschminkt und in ihrer schönen, eleganten Garderobe.
Kaum fuhr die Taxe vor der Festhalle vor, war da auch schon ein junger, livrierter Mann, der die sprachlose Pat in Empfang nahm und sie in einen kleinen Saal eskortierte. Die beiden Tische bogen sich unter Delikatessen, die Pat in dieser Fülle noch nie gesehen hatte. Ganz am Rand lagen da sündhaft teure Marrons Glacés, umgeben mit Pistazienkernen, und erst jetzt stellte Pat fest, dass die Delikatessen in Form von Gemälden assortiert waren. Wildlachs. Pilzcrème. Austern. In der Mitte des einen Tisches präsentierte sich eine Trüffeltorte, deren aufwändige Herstellung bestimmt eine Nacht gekostet hatte.
Eine Frau halten
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