Eine Frau in zwei Welten

Begierde - Teil 3

25 15-23 Minuten 0 Kommentare
Eine Frau in zwei Welten

Eine Frau in zwei Welten

Joana Angelides

Vor mir stand eine unglaublich dicke Farbige undefinierbaren Alters. Sie hatte eine weiße Bluse über ihren mehr als üppigen Busen und einen weiten, roten Rock an. Ihre Arme waren mit weißen, kalkigen Symbolen übersät. Auch ihr Gesicht war mit weißen und roten Zeichen bemalt, ihre gelblichen Zähne blutunterlaufen. Sie grinste mich an und ich begann mich wirklich zu fürchten. Mein Kutscher war wieder einmal verschwunden.

Die Frau summte monoton vor sich hin und zog mich hinein in das Dickicht und immer noch weiter. Plötzlich hörte ich vor mir Musik, Trommeln und monotones Singen. Feuerschein drang durch das Dickicht und unmittelbar befand ich mich auf einer Lichtung, die voller Menschen war. In der Mitte brannte eine Art Scheiterhaufen, um den einige herumtanzten. Eine junge Frau lag in der Mitte des Platzes und zuckte mit Armen und Beinen. Über ihr stand ein Schwarzer, hatte ein Huhn in der Hand, dem er gerade den Hals durchgeschnitten haben dürfte und ließ das Blut auf sie tropfen. Auf dem Boden lagen einige primitiv aussehende Puppen, denen teilweise die Köpfe fehlten, teilweise waren sie mit dicken Nadeln gespickt, oder es waren ihnen die Körper aufgeschlitzt und Sägespäne lagen daneben.
Am Rande lagen noch einige Körper, die mit Blut beschmiert waren, gelabt oder festgehalten wurden.
Na also, da hatte ich ja, was mein Redakteur von mir wollte! Er wollte ja einen Bericht über den Ablauf von solchen Voodoo-Messen!

Der Lärm war ohrenbetäubend, die Gesänge fast hysterisch, sie übertönten das Kreischen der am Boden liegenden, zuckenden Frau, das Schreien des Mannes mit dem Huhn und die Schreie der Tänzer, die wild bemalt, mit Speeren, Messern und Totenköpfen am Rande ihre Tänze vollführten.


„Da bist Du ja!“, flüsterte hinter mir die zarte Stimme meiner Sylphide. Ich drehte mich um… und erschrak.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 3833

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben