Wie vereinbart: letzte Reihe, Mitte.
Als sie sich setzte, blickte sie auf den freien Platz neben sich. Hoffentlich würde er nicht lange frei bleiben. Ihre Hände zitterten leicht, als sie die Mantelknöpfe löste. Sie atmete tief ein, dann noch einmal. Außer ihr waren kaum Leute da: drei Reihen vor ihr ein Paar, das sich leise unterhielt, weiter vorne eine einzelne Person, die zusammengesunken im Sitz saß und zu schlafen schien.
Sie sah noch einmal auf den Platz neben sich und nahm sich vor, von nun an nicht mehr hinzusehen. Das war Teil der Abmachung. Kein Blick. Nie. Nur fühlen. Nur hier sein, in diesem Raum und in diesem Moment.
Ihr Herz schlug schneller, als ihr lieb war. Zu ihrer eigenen Überraschung empfand sie vor allem Vorfreude. Eine angenehme Anspannung. Sie hätte nicht gedacht, dass sie es tatsächlich durchziehen würde, statt im letzten Moment zu kneifen. Schließlich wusste sie nicht, was geschehen würde: ob dieses Unterfangen so ungefährlich war, wie sie es sich einredete, und ob es auch nur annähernd so großartig werden konnte wie in ihrer Fantasie.
Sie versuchte, ruhig zu atmen und nicht schon jetzt rot zu werden. Ihre Hände legte sie flach auf die Oberschenkel, doch selbst diese Berührung ließ ihre Haut kribbeln.
Endlich begann der Film. Sie starrte auf die Leinwand, sah die Bilder und konnte der Handlung doch schon nach wenigen Minuten nicht mehr folgen.
Mit jedem Augenblick, den sie wartend dasaß, wurde es schwerer. Jede Sekunde, in der der Platz neben ihr frei blieb, warf neue Fragen auf.
Kam sie? Kam vielleicht ein Mann? Kam überhaupt jemand?
Die Anzeige, die sie hierhergeführt hatte, hatte sie vor drei Wochen geschrieben. Zuerst hatte sie stundenlang an ihrem Schreibtisch gesessen, ohne ein Wort zu Papier zu bringen. Dann hatte sie eine Flasche Wein geöffnet.
Eine Hand im Dunkeln
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Eine Hand im Dunkeln
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