Am Anfang noch etwas steif, weil sie schon lange nicht mehr joggen war, doch mit jedem Meter wurde es besser. Sie schätzte die Bahn etwa auf fünfhundert Meter, die rund um den riesigen Schornstein angelegt war, vorbei an einem Volleyball-Feld und dem Aufgang zur Wasserrutsche.
Schon nach zwei Runden fühlte sich frei und atmete tief durch. Sie lief den rot gekennzeichneten Weg, ohne groß darüber nachzudenken wie üblich auf Sportplätzen, linksherum. Sie genoss den Ausblick auf das Meer und spürte ab und zu das leichte Rollen des Schiffs beim Laufen. Die nächste Kurve um den Schornstein nahm sie unbewusst etwas enger und nahm den dunklen Schatten erst wahr, als es auch schon zu spät war. Heftig prallte sie gegen die Person und wurde auf den Boden geschleudert. Dann wurde es schwarz vor ihren Augen.
Jennifer verspürte einen leichten Schmerz an der Wange, so als hätte ihr jemand eine Ohrfeige verpasst. Sie strengte sich an, die Augen zu öffnen, was ihr nach einiger Zeit auch gelang. Der helle Fleck vor ihr, entpuppte sich ganz langsam zu einem Gesicht. Der Mund bewegte sich und Jennifer erkannte, dass das Gesicht mit ihr sprach, doch sie verstand es nicht.
Auf einmal setzte der Lärm ein. Sie wollte erschrocken den Kopf heben, doch dann fuhr ein stechender Schmerz durch ihren Kopf, sodass sie ihn langsam, mit einem stöhnenden Laut, wieder nach hinten sinken ließ.
„Bitte bleib ruhig liegen, der Arzt ist unterwegs!“, hörte sie eine sanfte Männerstimme.
„Was ist mit mir?“, brachte sie mühsam hervor.
„Wir sind zusammengeprallt und du hast dir den Kopf gestoßen.“
Diese Stimme tat ihr richtig gut. Sie war so angenehm und beruhigend. Und dann spürte sie noch eine Hand, die ihr zart immer wieder über die Wange streichelte. Langsam konnte sie das Gesicht erkennen, das sich besorgt über sie beugte. Doch plötzlich war da noch ein anderes Gesicht und verdrängte das andere.
„Wie geht es ihnen?
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