Eine Nacht im Supermarkt

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Eine Nacht im Supermarkt

Eine Nacht im Supermarkt

Sven Solge

Zum Glück waren zwei geöffnet, sodass sich der Kundenstrom etwas verteilte. Trotzdem waren beide Kassen voll.

Silas schlich in der Nähe durch die Regale, immer mit einem Blick in Richtung Kassen. Aber es nahm kein Ende, die Kassen wurden nicht leerer. Irgendwann gab er auf und stellte sich in die Schlange. Plötzlich sah er ein kleines Schild am Anfang des Laufbandes, womit dem nächsten Kunden signalisiert wurde, dass die Kasse geschlossen wird und man eine andere Kasse aufsuchen solle. In einem unbeobachteten Moment als seine Lara mit dem Kunden beschäftigt war, stellte er das Schild hin.

Und es wirkte!

Kein neuer Kunde stellte sich an.
Dann war er an der Reihe. Langsam scannte Lara seine drei Teile und als sie die Mozartkugeln sah, huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Silas bezahlte und schob, nachdem er sein Wechselgeld bekommen hatte, die Mozartkugeln zu ihr rüber und sagte dann zu ihr: „Das ist für dich und dein zauberhaftes Lächeln!“

Überrascht nahm Lara das Geschenk in die Hand und schaute ihn skeptisch. Dann meinte sie: „Das kann ich nicht annehmen.“

„Doch bitte! Das kannst du annehmen. Es würde mich sehr freuen!“
„Ich will damit sagen, ich darf es so nicht annehmen. Damit musst du zur Information gehen und mit einem Aufkleber versehen lassen, dann darf ich es annehmen!“

„Ach so, verstehe! Bin gleich wieder da.“

Wenig später war er zurück und sah in ein ernstes, nicht mehr ganz so zauberhaftes Gesicht. Sie hielt ihm das Schild unter die Nase und meinte: „Mach das nie wieder!“

Mit schuldbewusstem Blick, schaute er sie an und sagte: „Nein mache ich nicht, aber ich wollte nur einen kurzen Moment mit dir alleine sein. Hatte nicht damit gerechnet noch zur Info zu müssen, dann hätte ich es selber wieder weggenommen. Bitte entschuldige!“ Damit schob er ihr die Mozartkugeln rüber und bevor sie sein Geschenk nochmals ablehnen konnte, drehte er sich um und ging.

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