Eine Nacht im Supermarkt

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Eine Nacht im Supermarkt

Eine Nacht im Supermarkt

Sven Solge

Mit weicheren Gesichtszügen schaute sie ihm verdutzt nach. So etwas war ihr noch nie passiert.

-*-

Lara war fix und fertig. Ihr Dienst ging bis 22 Uhr und jetzt war es gerade erst 20:30 Uhr. Um diese Zeit kam sowieso kaum noch ein Kunde. Höchstens die, die zu wenig Bier eingekauft hatten und eigentlich schon stramm waren. Das waren die unangenehmsten Kunden, weil die sie immer auf obszönste Art anmachten.

„Wann hast du Feierabend? Kannst du mir nachher einen blasen? Oder willst du mal richtig durchgefickt werden?“

Das waren noch die harmlosesten Sprüche.

Dagegen war das was ihr heute passiert war, richtig süß. Immer wieder holte sie die kleine Schachtel mit den zwei Pralinen hervor und las den Spruch >Ich liebe Dich<. Was hatte der junge Mann sich nur dabei gedacht? Man kann doch nicht einfach zu einer jungen Frau sagen: „Ich liebe Dich“. Nun gut er hatte es ja auch nicht gesagt. Aber etwas befremdlich war es schon. Wobei, der junge Mann hatte ihr schon gefallen. Besonders sein geknicktes Gesicht, als sie ihn wegen dem Schild zurechtgestutzt hatte. Lara fand die Idee besonders lieb und lustig. So etwas hatte noch keiner für sie gemacht. Sie lächelte still vor sich hin.

Am nächsten Tag hatte sie Frühschicht und wurde gleich von ihrer mütterlichen Kollegin Roswita beiseite genommen.

„Na, war er da?“, fragte sie ganz aufgeregt.

„Wer soll da gewesen sein?“ Unwissend zog Lara die Schultern hoch.

„Na der Typ, der jeden zweiten Tag nur deinetwegen in den Markt kommt, ein, zwei Teile kauft und dann enttäuscht von dannen zieht, wenn er dich nicht sieht?“

„Ich weiß nicht wen du meinst?“ Tat Lara ahnungslos. Obgleich sie ahnte wen Roswita meinte.

„Ich glaube du weist genau wen ich meine und so wie ich dich mittlerweile kenne, war er da und er hat dich beeindruckt! Habe ich recht?“ Dabei knuffte sie Lara leicht mit der Faust gegen die Schulter.

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