Eine Nacht im Supermarkt

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Eine Nacht im Supermarkt

Eine Nacht im Supermarkt

Sven Solge

Sie stießen so hart mit den Köpfen zusammen, dass vor Silas Augen Sterne blitzten. Unwillkürlich umfassten seine Arme den Körper des Kontrahenten und hielten ihn fest. Erst dann konnte er sich die Person, die schlaff in seinen Armen hing, ansehen.

Es war Lara.

Sie schien besinnungslos zu sein. Silas schaute sich nach Hilfe um, aber es war niemand auf dem dunklen Flur zu sehen. Entschlossen hob er sie auf seine Arme und trug sie in den Umkleideraum der Männer. Hier legte er sie auf eine Bank und kniete sich vor ihr hin.
Sein Herz schlug heftig, als er in dieses zauberhafte Gesicht sah. Vorsichtig strich er ihr eine Haarsträhne von der Stirn, unter der sich eine Beule gebildet hatte. Sofort sprang er auf, befeuchtete ein Papierhandtuch und kühlte ihr die Stirn. Ein leises Stöhnen ließ ihn zurückzucken, würde sie jetzt zu sich kommen? Musste er einen Krankenwagen rufen? Er war sich nicht sicher was in so einem Fall zu tun war. Voller Mitgefühl und aufkeimender Liebe betrachtete er ihr Antlitz.

Diese langen, samtweichen Wimpern, ihr süßer Mund, ließen ihn vor innerlicher Aufregung zittern. Vorsichtig öffnete er den obersten Knopf ihrer Bluse, um ihr eine freiere Atmung zu ermöglichen. Dann, ohne dass er sich über die eventuellen Konsequenzen klar war, berührten seine Lippen ihren Mund.

Als Lara plötzlich ihre Arme bewegte, schreckte er zurück und hielt sich die Hand vor den Mund. Hatte sie seine Tat bemerkt? Damit hätte er wahrscheinlich alles zunichte gemacht was er sich erhoffte.
Ihre Hände strichen unruhig auf der Bank auf und ab und plötzlich schlug sie die Augen.

„Was ist passiert?“ Unruhig schaute sie sich um und blieb auf einmal in seinem Gesicht hängen. „Du?“, kam es ungläubig von ihren Lippen. „Was machst du hier?“ Langsam richtete sie sich auf und betastete ihre schmerzende Stirn.

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