Einmal musste es doch klappen!
Larissa trug jeden Tag eine Strumpfhose. Das Besondere war, dass sie sie auch abends nach Feierabend anscheinend nicht auszog. Er war ihr schon das eine oder andere Mal abends im Hausflur begegnet und hatte den Hauch zarten Nylons entzückt an ihren Füßen bemerkt, die unter einer ihrer weiten schwarzen Loungehosen sichtbar geworden waren, die sie in ihrer Freizeit augenscheinlich immer trug. Außergewöhnlich, diese Frau. Genau das, was ihn anmachte und seine fetischistischen Neigungen anfachte. So hatte er den kühnen Plan gefasst, regelmäßig ihren Hausmüll zu durchsuchen in der Hoffnung, dort eine ihrer Strumpfhosen zu finden.
Er zog sie heraus: eine hauchfeine schwarze Strumpfhose. Neben der Feuchtigkeit nahm er einen schwachen Parfümduft wahr. Als er sie behutsam aus dem Müll herauszog, raschelte es ein wenig in der Tonne. Max erstarrte. Sein Atem stockte. Er lauschte – nichts. Keine Schritte, kein Quietschen einer Tür.
Mit der Strumpfhose fest in der geballten Faust drückte er den Deckel leise zu und huschte zurück ins Haus, die Treppe hinauf, immer zwei Stufen auf einmal. In seiner Wohnung angekommen, schloss er die Tür ab, lehnte sich mit dem Rücken dagegen und bemühte sich, immer noch zitternd, allmählich wieder runterzukommen. Die kostbare Strumpfhose lag in seiner Hand wie ein verbotener Schatz. Er ging ins Schlafzimmer, ließ sich auf das Bett fallen und hielt die Strumpfhose ins schwache Licht der Nachttischlampe. Er begutachtete sie eingehend. Eine schmale, nicht allzu lange Laufmasche an einem Bein, mit Nagellack zum Stoppen gebracht, ansonsten intakt. Matter Glanz, hochwertige Qualität. Vorsichtig führte Max den Stoff an seine Nase – der Duft war intensiver jetzt: warmer Moschus, ein Hauch von Seife, der Geruch ihres langen Tages.
Eine neue Nachbarin
Max und Larissa
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Eine neue Nachbarin
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