Sein Schwanz regte sich schon wieder, pochte gegen den Stoff seiner Boxershorts. Er wollte nichts mehr, als hinunterzulaufen, sie anzusprechen, unter irgendeinem Vorwand. Jetzt, da er ihre Strumpfhose besaß, fühlte er sich geradezu tollkühn, war bereit, aufs Ganze zu gehen – vorübergehend. Aber bald schon gewannen seine Schüchternheit, seine Bedenken, seine nackte Angst wieder die Oberhand. Er würde es nie schaffen, so etwas zu wagen. Larissa würde für ihn stets unerreichbar bleiben. Ab und zu eine ihrer Strumpfhosen heimlich nachts aus der Mülltonne zu stibitzen, das war das Äußerste dessen, was drin war. Immerhin, besser als nichts. Aber war es das wirklich, was ihn zufriedenstellte?
Larissa stieg ein, der Motor sprang an, und der Wagen rollte langsam aus dem Hof. Max blieb stehen, bis die Rücklichter verschwanden. Sein Atem ging stoßweise. Die Sehnsucht brannte wie Feuer in ihm – nicht nur nach der Strumpfhose, sondern nach ihr. Nach dem Moment, in dem sie vielleicht einmal ahnungslos eine weitere kaputte Hose wegwerfen würde. Oder – eines Tages – nach mehr.
Er drehte sich um, ging zurück zum Bett und zog die erbeutete Strumpfhose unter dem Kissen hervor. Der Fleck war getrocknet, aber der Geruch war noch da. Er hielt sie ans Gesicht, schloss die Augen und stellte sich vor, wie Larissa jetzt gerade im Auto saß, die Beine übereinandergeschlagen, das Nylon leise raschelnd …
War Larissa schön? Auch wenn er gewohnheitsmäßig vor allem ihre Beine im Blick hatte, so gelang es Max doch hin und wieder, sie sich als Ganzes einmal genauer zu betrachten, und er musste sich eingestehen: Wenn man seine Fixierung auf ihre Strumpfhosen einmal außer Acht ließ und er seine Nachbarin eher nüchtern betrachtete, war sie nicht mehr als eine durchschnittliche Frau.
Eine neue Nachbarin
Max und Larissa
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Eine neue Nachbarin
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