Eine nicht alltägliche Beziehung - Teil 10

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Eine nicht alltägliche Beziehung - Teil 10

Eine nicht alltägliche Beziehung - Teil 10

Grauhaariger

Nerven

Heute war der 23. Dezember. Ein Mittwoch. Die Tagesschau war bereits vorbei, als die Wohnungstüre hinter Olivia ins Schloss fiel. Martin wartete vor dem Fernseher auf seine Geliebte. Er hörte, wie ihre Jacke im Gang auf dem Boden landete. Ihre Stiefeletten musste sie bereits vor der Wohnungstüre abgestellt haben, denn bei ihren Schritten war kein klackern zu hören. Sie kam ins Wohnzimmer und schaute etwas betreten.

„Meine Kollegen sind abgestürzt!“ meinte Liv und schob ihre Unterlippe nach vorn.

„Und wie geht es Dir?“ fragte Martin besorgt, der sofort hellhörig wurde.

„Ich habe es geschafft!“ Olivia triumphierte und nahm einen Schluck von Martins Radler.

„Und, deine Kollegen?“ Martin konnte gar nicht glauben, dass seine Olivia so fröhlich war, nach einem Flugzeugabsturz.

„Die sind halt ein bisschen deprimiert, weil eine Frau, dazu noch so eine junge und attraktive, es hinbekommen hat.“

„Wie?“ Martin schaute seine Zukünftige unverständig an.

„Na die sind abgestürzt und ich habe meine A321 gelandet!“ Olivia grinste, denn jetzt verstand sie, warum Martin so ratlos dreinschaute.

„220 Tote im Zweifelsfall!“ Olivia triumphierte erneut. „Der Flugsimulator!“ verkündete Martins Geliebte. „Wir hatten alle das gleiche Vorgabeszenario. Tja, mein Flieger ist ganz, wenn auch das Aufsetzen seeeehr hart war!“

Martin freute sich natürlich mit seiner Frau und lobte: „Super! Dass Du die Beste bist, wusste ich schon immer!“

„Ich hab ganz schön geschwitzt und geh erstmal ins Bad, ja? Kaffee brauchte sie heute keinen, so aufgedreht wie sie war.

„Eigentlich…“, Martin sah seine zukünftige Frau abschätzend an, „wollte ich mich revanchieren für die geile Nacht zu Dritt letztens!“

Olivia schluckte. Dass sie ihren Verlobten so in Rage gebracht hatte, als sie ihn glauben lies, dass seine Arbeiter dieses Bett konstruiert hatten, würde er nicht einfach so übergehen. Was er sich wohl überlegt hatte? Jetzt bemerkte sie die Lederfesseln auf dem Wohnzimmertisch, die Martin dort hingelegt haben musste.

„Du hast recht!“ pflichtete sie ihm bei. „, Dass ich dich so aus der Fassung gebracht habe…Doch nicht das Wachs? Oder?“ Olivia tat erschrocken.

Bereits vor Wochen hatten die Beiden beim Stöbern in einem einschlägigen Shop diese Kerzen gefunden. Die Verkäuferin schwärmte ihnen vor, dass es absolut aufregend wäre, wenn der Partner oder die Partnerin es verstand, Spannung aufzubauen, den Moment hinauszuzögern bis, ja bis der erste Tropfen des heißen Wachses den Körper trifft. „Sie glauben gar nicht, wie sehr man dabei ins Schwitzen geraten kann…“ Sie sah Martin und Olivia ernst an. „Angstschweiß, Lustschweiß, die Erwartung des Unbekannten…“ Sie ließ ihre Worte ein paar Momente auf das Paar wirken und fügte noch hinzu: „Und dann, die Tropfen sind wie kleine Nadelstiche, nur dass sie länger brennen auf der Haut...!“ Die Beiden konnten gar nicht anders, als diese Kerzen zu erstehen!

„Doch, das Wachs!“ bestätigte Martin wortkarg und befahl: „Zieh Dich aus!“

Olivia fiel im wahrsten Sinn des Worte die Kinnlade herunter, denn sie öffnete, scheinbar entsetzt, ihren Mund. Ein Schauer lief ihr den Rücken herunter. Ohne ihrem Geliebten eine Antwort zu geben, begann sie, ihre Kleidung abzulegen.

Ihre Uniformhose landete als erstes auf dem Sofa. Es folgten die Söckchen. Danach die Bluse und der BH. Martin verneinte, als sie an das Haargummi fasste, um den Pferdeschwanz zu lösen. Hatte sie absichtlich vergessen, ihren Hipster abzulegen?

Martin hob die Lederfesseln auf. „Hast Du nicht was vergessen?“ fragte er ruhig. Mit einer Kopfbewegung deutete Olivia ein „Nein“ an.

„Okay…“ Martin freute sich. Worüber? Ein wenig Geduld…

Bedächtig legte er seiner wunderhübschen Geliebten die Ledermanschetten um die Handgelenke. Fragend, ob die Fesselung nicht zu straff sei, nickte er, was Olivia ebenso mit einer zustimmenden Geste bestätigte.

Aus dem Messerblock im Küchenbereich entnahm Martin ein spitzes Messer mittlerer Größe.

Olivia wurde mulmig. Nein, sie würde Martin jederzeit ihr Leben anvertrauen. Niemals würde er ihr etwas antun! Und doch ging ihr Puls nach oben.

Olivias zukünftiger Mann führte sie in das neu gestaltete Spielzimmer. „Leg Dich bequem auf den Rücken. Heute ist deine Vorderseite dran.“ Martin hatte seinen kalten Ton abgelegt und hob das Fläschchen mit dem Massageöl kurz nach oben.

Er hatte sein Vorhaben gut vorbereitet. Ein einfaches Laken war über das Spannbetttuch ausgebreitet und die Kerzen samt extra langen Streichhölzern lagen bereit. Olivias Puls hatte sich wieder etwas beruhigt, als sie sich eine angenehme Lage auf der Matratze suchte.

„Ein wenig Strafe muss sein…“; hauchte Martin seiner Geliebten zu und klinkte die Karabiner ihrer Fesseln am Kopfende in die dafür vorgesehenen Ösen der Gitterstäbe.

„Warum wolltest Du deine Unterhose nicht freiwillig ausziehen?“ Martin gab Olivia keine Chance etwas zu sagen und beantwortete seine Frage gleich selbst: „Du hast gedacht, dann verschont er meine Süße…“

Olivias Lebensgefährte nahm das kurzzeitig abgelegte Messer erneut in die Hand. „Du musst keine Angst haben;“ erklärte Martin, „es wird schon nicht abrutschen!“

Puuuuuaaaaah! Schlagartig schnellte Olivias Puls nach oben und sie atmete heftig. Hatte sie Angst? Nein, sie hatte keine Angst! Das redete sie sich jedenfalls ein. Allerdings – wenn sie könnte, würde sie ihm das Messer langsam aus der Hand nehmen…

Martin setzte die Messerspitze ganz flach zwischen Olivias Brüsten an und zog die Klinge nach unten in Richtung des Bauchnabels. Olivia lag stocksteif da und zog permanent an ihren Fesseln.

„Ist bestimmt geil, von Dir den Slip vom Körper geschnitten zu bekommen…!“ Genau diese Worte hatte Liv vor wenigen Tagen an Martin gerichtet. Dieser bestätigte ihre Vorstellung. Aber anders als seine Geliebte, dachte er dabei nicht an eine Schere.

Martin wagte sogar, die Spur der Messerspitze über ihren bedeckten Venushügel zu ziehen.

„Ich hab schon zwei Öffnungen…!“ meinte Olivia doch ein wenig ängstlich, worauf Martin erneut bekräftigte: „Du brauchst keine Angst zu haben;“

Geschickt aber doch sehr bedächtig schnitt Martin seiner über alles Geliebten den Hipster vom Körper. „Deine Süße sieht…fantastisch aus!“ Seine Lippen drückten einen Kuss auf ihre (Scham-) Lippen. Zuvor hatte er das Messer aus der Hand gelegt, so dass Olivia diese Liebkosung, auch ohne verkrampft auf der Hut sein zu müssen zufällig erstochen zu werden, hätte genießen können.

„Sind wir jetzt quitt?“ Olivia sah Martin beinahe hilflos an. „Machst Du mich los? Ich bin völlig am Ende!“

Ohne zu zögern löste Martin die Fesseln von Olivias Handgelenken. „Es macht Dich psychisch fertig, so hilflos dazuliegen…obwohl ich Dir blind vertraue!“, erklärte Liv. Die sonst so taffe Frau zitterte. Schnell holte Martin eine Wolldecke aus der Kommode. „Es geht schon wieder…“ bekräftigte Olivia, genoss es aber von ihrem Liebsten umsorgt zu werden.

„Das mit dem Wachs…“

„Holen wir nach!“ ergänzte Olivia. Martin hatte sich mit zu ihr unter die Decke gelegt.

„Du willst mich jetzt aber nicht unbefriedigt liegenlassen?“, beschwerte sich die junge Pilotin, als ihr Zukünftiger sie nur fest im Arm hielt und keinerlei Anstalten machte, mehr zu wollen…

*****

Ein spontaner Gast

Die Weihnachtsfeiertage würden voraussichtlich eher ruhig werden. Am 24. gingen Olivia und Martin zusammen einkaufen, um am Abend gemeinsam zu kochen. Martin hatte sich vorgenommen, seine Olivia in den nächsten Tagen ganz besonders zu verwöhnen. Am ersten Weihnachtstag hatte sie zwar Dienst, würde aber am Abend wieder zu Hause sein. Zum Ferienanfang zieht es Urlauber bevorzugt auf die Kanaren. Und auch Ägypten sowie die Türkei sind zu dieser Jahreszeit gern gebuchte Ziele. Ihre Airline disponiert an den Feiertagen bevorzugt kinderlose Piloten und Flugbegleiter.

Daniela würde den Heiligabend mit ihrem Mann verbringen und so erwartete unser Liebespaar keinen Besuch. Olivia wie auch Martin wussten, dass es zu früherer oder späterer Stunde auf Sex hinauslaufen würde.

Gleich nachdem ihre Einkäufe verstaut beziehungsweise in der Küche gelandet waren, fielen die Beiden übereinander her. Es begann mit Küssen, die immer inniger wurden. Sie rissen sich die Kleider vom Leib und stürmten zusammen ins Schlafzimmer, wo sie sich liebten.

„Wir sollten langsam anfangen…“ mahnte Martin die fortgeschrittene Uhrzeit an und meinte das Essen zuzubereiten. Beide lagen nach ihrer Schmusenummer schon gefühlte Stunden auf der Matratze und hatten sich, bei Albernheiten und Erzählungen unter der Zudecke eingemummelt.

„Keine Unterwäsche!“, antwortete Martin auf Olivias Frage, was sie denn jetzt anziehen solle.

„Ich muss einen Slip…sonst läuft doch alles an den Beinen runter!“ versuchte sie zu erklären, dass sein Wunsch keine Erfüllung finden würde.

„Und wenn Du dieses lange helle Kleid anziehst, was ich beim Umzug entdeckt habe?“ Martin ließ nicht locker. „Und nichts darunter! Das sieht doch sicher geil aus!“

Olivia überlegte kurz und gab nach. „Okay, nur für Dich!“

Die meiste Arbeit durfte Olivia machen. Martin sah lieber seiner sexy Geliebten auf den Hintern. Das hautenge Stretchkleid ließ ihre Konturen mehr als nur erahnen! Einfach der Hammer! Dazu rückenfrei und nur oben ein kleiner Steg, damit das Ganze einen Halt hatte. Ihren so geliebten Pferdeschwanz trug Olivia auch heute und der ließ sie noch frecher erscheinen, als sie ohnehin war.

„Überraschung!“, verkündete Olivia, als sie die eben eingetroffene WhatsApp las. Sie tippte eine Antwort und erklärte ihrem Verlobten, dass sie gleich Besuch bekommen würden.

„Zum Essen?“, fragte dieser, was Olivia bejahte. „Mikael kommt vorbei. Ich hab gesagt, er kann zum Essen bleiben! Und auch hier übernachten!“

Mikael, bei dem Martin das erste Mal so etwas wie Eifersucht verspürte, seit er mit Olivia zusammen war. Zuerst durfte dieser Fotograf Martins Geliebte in deren Cockpit praktisch nackt fotografieren und Tage später schickte er Bilder wie er und Olivia sich erst auszogen und dann miteinander rumgevögelt haben. Gut, Martin hatte das mit dem Sex seiner Geliebten als Dank für die Fotos aus der Maschine selbst vorgeschlagen. Aber als Olivia dann bei Mikael war und Bild für Bild bei ihm aufpoppte, konnte er nicht anders als mit Höchstgeschwindigkeit nach Berlin zu rasen!

„Dann lern ich den Freund deines Vaters auch mal kennen…;“ stellte Martin ein wenig neugierig fest.

„Mikael wird Dir gefallen!“ Olivia schnippelte derweil weiter am Gemüse und hauchte alsbald: „Es läuft!“ Und als ihr Verlobter wissend grinste, meinte Liv fragend, ob sie nicht doch einen Slip anziehen sollte.

„Genau so möchte ich Dich zwischen uns stehen sehen!“ schwärmte ihr Verlobter und deutete so, als wollte er seine Zukünftige ins Visier nehmen. „Ohne Slip und ohne BH! Das darf man ruhig erkennen…!“

Olivia lachte. „Ob ich dann bei Euch auch was erkennen kann?“

„Werden wir sehen!“ entgegnete ihr Verlobter. „Immerhin sind wir schon im gesetzteren Alter!“

Olivia prustete los und Martin ließ sich anstecken.

*****

„Wow, vielen Dank!“ Unser Liebespaar war begeistert von der Collage, die Mikael aus Olivias Cockpitbildern und anderen Schnappschüssen gestaltet hatte und den Gastgebern als Geschenk überreichte.

Ihr Besucher lobte zwar das Kleid, wagte aber mit keiner Silbe anzusprechen, wie sexy die Hausherrin darin aussah, beziehungsweise dass man durch den Stoff doch sehr viel mehr als nur erahnen konnte, was sich darunter verbarg.

Beim Herüberreichen der angerichteten Teller beugte sich Olivia ganz nah zu ihrem Liebsten und flüsterte im noch einmal zu, dass sie schon wieder spüre, wie es läuft.

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