„Ich verrate sicher nicht zu viel, wenn ich sage, dass wir seit seiner Knochenmarkspende gute Freunde sind!“
Er zählte die vielen guten Eigenschaften auf, die er an Martin entdeckt hatte. Und weil Martin ist, so wie er ist, gönne ich ihm diese junge, überaus charmante und wahrhaft clevere Frau von ganzem Herzen, die er nach langem Kampf mit sich selbst dann endlich doch gefragt hat.
Seine Begeisterung für Olivia konnte man Olivier zu jeder Sekunde ansehen. Er dehnte seine Rede noch ein wenig, bis er letztendlich dem Brautpaar alles Gute wünschte, auf Olivia und seinen Freund zuging und beide umarmte.
Die Gelegenheit beim Schopf packend, übernahm Hendrik mit zitternder Hand das Mikro.
Olivias Vater hatte eine Rede vorbereitet und auswendig gelernt. Sicherheitshalber steckte der Zettel in seiner Jackettasche.
„Ich habe lange überlegt, wie ich anfangen soll…,“ Hendrik atmete schwer und kämpfte sichtbar mit Wasser in den Augen. „Ich bin so unendlich stolz auf Dich! Meine Kleine…“ weiter kam er nicht. Er drehte sich weg und suchte das Weite.
„Warte! Warte! Nicht weglaufen!“ Olivia war aufgesprungen und rannte ihrem Vater hinterher. Nach wenigen Metern hatte sie ihn eingeholt und legte ihren Arm um ihn.
„Bleib, bitte!“, flüsterte sie ihm zu. „Ich will wissen, was Du mir sagen willst!“ Sie lotste ihn zurück zu seinem Stuhl. Mareike, ihre Mutter, rückte eine Sitzgelegenheit weiter, so dass Olivia neben ihrem Vater platznehmen konnte. Er drückte ihr seinen „Spickzettel“ in die Hand, weil er sich selbst außerstande sah, diesen vorzutragen.
Olivia nahm das Mikrofon in die Hand und las selbst vor:
„Meine Kleine; Du bist und bleibst meine Kleine, auch wenn Du inzwischen eine ganz große bist! Du steuerst Flugzeuge, mit mehr Leuten drin, als ich überhaupt kenne! Und Du springst aus Kilometern Höhe furchtlos in die Tiefe! Beim Segelfliegen, da hast Du mich auch schon mitgenommen.
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