Eine nicht alltägliche Familie - Teil 40

Heike, Pat und der Flug nach Kos

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Eine nicht alltägliche Familie - Teil 40

Eine nicht alltägliche Familie - Teil 40

Grauhaariger

"Eine nicht alltägliche Familie“ ist die dritte Staffel der Geschichten um die Pilotin Olivia Andersson. Aufbauend auf „Eine nicht alltägliche Beziehung“ und "Eine nicht alltägliche Ehe".

Heute, am Tag nach Leons Geburtstag, würde es endlich losgehen. So gegen 14:00 Uhr sollte der Flieger, eine A321 mit „Frau Andersson“ im Cockpit, in Richtung Kos starten. Die ganze Familie war schon am frühen Morgen auf den Beinen und selbst die Frühstückssemmeln standen schon um halb acht auf dem Tisch. „Ich habe sie mit Opa geholt!“, brüstete sich der seit gestern vier Jahre junge Sohn der Familie.
Gleich nach dem Frühstück fuhr Martin noch einmal ins Büro, um die Dinge zu erledigen, die gestern Abend aus bekannten Gründen liegengeblieben waren.
Wie zu erwarten, war nur eine kleine Gruppe Mechaniker der Fertigung am Arbeiten. Es war Wochenende. Auch im Verwaltungsbau vermutete der Firmenchef niemanden anzutreffen. Zielstrebig ging er die Treppe nach oben und dort auf sein Büro zu. Die Tür war leicht geöffnet, was ihn schon sehr verwunderte. Da aber die Handtasche seiner Sekretärin auf ihrem Arbeitstisch lag vermutete Martin, dass diese im Betrieb anwesend war. Nichtsahnend betrat er sein Büro und blieb wie angewurzelt stehen. Vor der Glasfront stand Heike Gerber, ihm beziehungsweise der Eingangstüre den Rücken zudrehend und löste gerade die Häkchen ihres BHs. Rock und Shirt lagen bereits auf dem Boden. Die halterlosen schwarzen Strümpfe an Heikes Beinen stachen Martin sofort ins Auge. Und natürlich ihre dunkelroten Absatzschuhe. Auch trug sie noch einen Slip. Typ: Hipster. Stoff.
In dem Moment, als Heike den BH fallenlies, bemerkte sie Martin in der Tür stehend. Sie erschrak heftig und bedeckte ihre Brüste, indem sie ihre Arme gekreuzt davorhielt. Schöne Brüste, leicht hängend, wie von Martin vermutet.
„Mit Dir habe ich heute nicht gerechnet…!“ versuchte sich seine Sekretärin zu erklären.
„Ist schon gut;“ antwortete ihr Chef. Insgeheim war er seit dem gestrigen Erlebnis der Meinung, dass hier momentan alle ein wenig am Rad drehen. „Es ist ja jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter eingeladen, sich hier vor dem großen Fenster auszuziehen, wenn sie oder er es möchte.“
„Ich geh schon…!“ Heike bückte sich nach ihren Kleidungsstücken.
„Traust Du dich nicht? Oder warum willst Du … nicht ganz?“ Martin konnte so schön provozieren. „Das wolltest Du ursprünglich doch, oder?“ Martin lächelte und ging hinüber zu seinem Schreibtisch. Ihm kamen Bilder in den Kopf, was er und Olivia hier in diesem Raum schon alles getrieben hatten…!
„Du hast eine geile Figur! Es wäre schade, wenn Du nicht weitermachen würdest!“ Welcher Mann würde nicht gerne eine Frau, die er angezogen schon sehr appetitlich fand, nicht nackt sehen wollen? Daher ermutigte Martin seine Mitarbeiterin, ihr Vorhaben durchzuziehen.
In Heikes Kopf rasten die Gedanken kreuz und quer durcheinander. „Jetzt oder nie!“ Seit ihrem Gespräch mit Patricia Baumüller (siehe Kapitel 14) hatte sie eigentlich immer nur auf eine Gelegenheit gewartet, genau dies zu tun. Sie musste sich einfach selbst beweisen, dass sie den Mut aufbringen würde.
Heike gab ihre brustbedeckende Armhaltung auf. Wie vermutet, kamen schöne Glocken zum Vorschein. Martin nickte anerkennend. Auf ihren Kleidungsstücken lag auch Heikes Smartphone. Sie hob es auf, entsperrte es und kam, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, oben ohne auf ihren Chef zu.
„Machst Du ein paar Bilder?“ Heike hatte die Absicht gehabt, ein Selfie zu machen, aber so…
„Trägst Du öfter Nylons?“ Irgendwie interessierte Martin das schon. Diese Schuhe hatte seine Vorzimmerdame schon öfter getragen. Bevorzugt zu Jeans.
„Eigentlich nie…;“ antwortete Heike.
Sie hatte ihren BH vom Boden aufgehoben und posierte nun mit diesem Teil in der Hand. Dann fiel der Hipster. Martin nickte anerkennend und schoss weitere Fotos. Heike drehte sich, so dass ihre Vorderseite gut zu sehen war. Und damit auch ihre behaarte Vulva.
„Wow, geil!“ Martin musste diesen Anblick einfach kommentieren. Er gab ein paar Anweisungen zur Körperhaltung, denen seine Sekretärin auch so gut sie es vermochte folge leistete.
„Genug jetzt!“, beschloss Martins Vorzimmerdame. Sie hob, in die Knie gehend, ihre Sachen auf, holte sich ihr Smartphone aus der Hand ihres Chefs zurück und dann, ja, dann drehte sie sich und bot Martin beim Hinausgehen noch einmal den leckeren Anblick ihrer Kehrseite an.
Zehn Minuten später, der Firmeninhaber hatte sich gerade dazu durchringen können sich auf die Arbeit zu konzentrieren, schneite Patricia in sein Büro. Nach einem „Hallo, bin wieder da“ schaute sie dem begehrten Mann in die Augen und grinste leicht verschmitzt dabei.
Als wäre gestern Abend nichts gewesen, setzte sie sich aufreizend auf seine Schreibtischplatte. Aufreizend deshalb, weil sie eine kurze und dazu ausgesprochen knackig sitzende weiße Hose trug. Schenkel, Knie, Waden unbedeckt. Nur Söckchen und Sportschuhe. Dazu ein weißes T-Shirt mit irgendeinem Aufdruck. Nein, mit einem provozierenden Aufdruck. Auf dem Shirt stand: FUCK. Die Buchstaben ein bisschen verschoben, aber gut lesbar.
„Ich weiß, ich hätte…;“ Patricia rutschte vom Tisch und hielt Martin den Mund zu. „Psss;“ meinte sie dazu und schenkte ihm ein Küsschen direkt auf die Lippen.
Sie setzte sich zurück auf die Schreibtischplatte und stimmte mit Martin das weitere Vorgehen mit den Österreichern ab.
„Wir sollten zuschlagen, sobald die in die Insolvenz rutschen!“, bekräftigte die Prokuristin ihre Meinung.
„Unsere Hausbank würde mitspielen!“, meinte der Firmenchef. „Die genauen Zahlen kennst nur Du, ich und Heike. Und die habe ich zur Verschwiegenheit gegenüber jedem anderen verpflichtet.
„Cleverer Schachzug übrigens mit den Fachleuten aus Österreich;“ lobte Patricia ihren Chef.
„Was war denn gestern mit deinem Rückflug?“ Martin betrachtete das Thema Firmenübernahme als für heute abgeschlossen. „Leon hat auf Dich gewartet!“
„Der Flug von San Luiz nach Sao Paulo war verspätet. Und damit habe ich den Anschluss nach Amsterdam verpasst. Aber unsere Heike hat perfekt umgebucht und so war ich dann so gegen halb neun abends hier in der Firma.“
Martin überlegte, ob er es wagen dürfte, eine Hand auf ihr Knie zu legen.
Pat fuhr fort: „Nils hat mich am Flughafen abgeholt und ich wollte erst einmal meine ganzen Unterlagen loswerden. Wir sind dann hier in mein Büro.“
Wieder wollte Martin anfangen, etwas zu sagen. Und wieder rutschte Pat mit ihrem Hintern von der Schreibtischplatte und drückte Martin diesmal direkt ein Küsschen auf den Mund.
„Ich bin letzte Nacht nur zwei bis drei Stunden zum Schlafen gekommen, wenn Du verstehst…?“ Patricia grinste beinahe unverschämt und betonte, dass sie ihn während seines Urlaubes hier gut vertreten würde.
Mit einen lieben Gruß an Olivia und die Kids verließ sie sein Büro. Augenblicke später sah er Patricias Dienstwagen das Firmengelände verlassen.

*****

Jedem, ob beim Check In oder während der Sicherheitskontrolle erzählte Leon, dass seine Mama die Pilotin für seinen Flug ist. Die Frau am Gate, die die Bordkarten einscannte, entgegnete ihm, dass sie das wisse.
Erstaunt, aber schlagfertig fragte der Vierjährige, woher sie das denn weiß.
„Deine Mama hat mir das erzählt. Du bist Leon und sie wartet schon im Flieger auf Euch!“
„Darf ich?“, fragte er mit dem Blick zwischen Martin und der Angestellten der Airline.
Nachdem er ein „Ja“ bekam, lief er durch die Fluggastbrücke, kreuz und quer an den anderen Passagieren vorbei zum Flugzeug. Heute ließ sich Olivia das Boarding natürlich nicht entgehen und begrüßte die Passagiere vor dem Zugang zum Cockpit stehend.
„Hi, Mama!“ Der Vierjährige stand urplötzlich vor Livia und schaute sie von unten herauf an.
„Hallo Leon!“ Auch die beiden Flugbegleiterinnen neben seiner Mama begrüßten den jungen Passagier.
Leon erzählte, dass Clara, Papa, Oma und Opa gleich nachkommen würden. „Magst Dich mal reinsetzen?“ fragte Liv und schob ihren Jungen durch die Tür ins Cockpit.
„Woooh!“ Leon machte große Augen bei so vielen Knöpfen und Schaltern, die leuchteten.
„Hier sind die Triebwerkshebel zum Gas geben und mit dem Stick,“ sie deutete auf das Teil links, ein wenig vor ihm, „kannst Du das Flugzeug steuern!“
Wie ein König saß Leon im Sitz des Piloten und schaute sich um.
„Nix anfassen, ja!“, ermahnte Liv ihren Sprössling und ging wieder in die Passagierkabine. Der Copilot saß bereits in seinem Sitz und lächelte den Vierjährigen an. Er zeigte auf den Kopfhörer und deutete dem Jungen an, diesen aufzusetzen. Nach dem Druck auf ein paar Tasten durch den First Officer konnte Leon Stimmen hören. Viele Stimmen, aber alles schön nacheinander. Nur verstehen, nein englisch konnte er nicht.
Olivia begrüßte ihre Eltern mit Bussi links und rechts. Clara durfte auch ins Cockpit hinein und Martin, Liv hatte ihn ein Stückchen beiseite genommen, der bekam einen richtigen schönen langen Kuss.
Natürlich durfte Clara auch den Pilotensitz testen. Martin hatte Leon an die Hand genommen und suchte ihre Sitzplätze auf. First Class gab es hier nicht. Nur den Komfort, den Mittelplatz unbesetzt zu lassen. Bei Martin mit den beiden Kindern war dies nicht möglich, aber Mareike und Hendrik wurde dieser Service zuteil.
Ein Ehepaar sprach Leon an, ob er denn in Urlaub fliegen dürfe. „Ja, und meine Mama sitzt vorn und ist der Pilot!“ Der Junge war rundum begeistert.
Clara kam allein die wenigen Schritte zu ihrem Sitz gelaufen. „Jetzt geht’s gleich los!“, meinte sie. Die Flugzeugtür war bereits geschlossen und die Triebwerke liefen an.
Während der sich Flieger in Bewegung setzte, gaben die Flugbegleiterinnen die Sicherheitsanweisungen bekannt...
Das Terminal lag bereits ein ganzes Stück zurück, als die Maschine noch vor der Kurve, die zur Startbahn führte, stehenblieb.
„Hier ist Ihre Flugkapitänin Olivia Andersson;“ meldete sich eine den Kindern sehr bekannte Stimme aus den Lautsprechern. „Wir haben noch keine Startfreigabe, da eine andere Maschine im Landeanflug ist.“
Gleich nachdem der Flieger der Swiss aufgesetzt hatte, löste Olivia, sie hatte es sich natürlich nicht nehmen lassen, selbst beim Start als PF (Pilot flying) zu fungieren, die Bremsen. Sie steuerte die A321 durchaus schwungvoll auf die Startbahn, wo die Maschine, ohne nochmals anzuhalten sofort beschleunigte.
„…und ab!“ kam wie bei jedem Start durch ihre Hand Olivias Kommentar über die Lautsprecher. Passagiere und Crew wurden in die Sitze gedrückt. Die Maschine nahm schnell Fahrt auf und Liv zog den Flieger, vielleicht ein klein bisschen steiler als sonst, gen Himmel.
Noch bevor die endgültige Reisehöhe erreicht war, meldete sich noch einmal die Pilotin aus dem Cockpit: „Ich darf Sie ganz herzlich auf unserem heutigen Flug zur Insel Kos begrüßen. Wir erwarten auf dem Weg dorthin keine Wetterkapriolen und am Zielort herrscht klare Sicht und eine Temperatur von 31 Grad. Die Flugzeit wird in etwa zwei Stunden und fünfundvierzig Minuten betragen.“
Sekunden später setzte Liv ihre Durchsage fort: „Als besondere Gäste darf ich heute erstmals meine Kinder Clara und Leon an Bord begrüßen! Ebenso meine Eltern und auch meinen Mann.“
Leon freute sich ungemein und schrie ganz laut: „Mama!“ Martin grinste und Hendrik meinte ganz stolz: „Unsere Tochter!“

*****

Die Kinder sollten schon einmal mit ihren Großeltern im Taxi zum Hotel vorausfahren. Martin wollte auf Olivia warten und nachkommen. Denkste! Noch bevor der Rest der Familie ihr Gepäck vom Band zurückbekam, wartete Liv bereits in der Schalterhalle. „Ohne Dich wären wir nicht gefahren!“, beteuerte Clara in ihrer unnachahmlichen Art.
Dieses Mal herrschte im Hotel reger Betrieb. An der Rezeption schien es eine besondere Anweisung zu geben, denn die sechs Anderssons, okay die Kinder hießen immer noch Riedl, erfuhren eine bevorzugte und aufmerksame Begrüßung. „Sie sind persönliche Gäste unseres Hotelchefs,“ erklärte die junge Frau an der Rezeption. „Wenn sie „Andersson“ sagen, bekommen sie alles, was das Haus hergibt! Man hatte Leon schon darauf vorbereitet, dass er ein All Inclusive Armband tragen müsste und war jetzt schon ein wenig deprimiert, dass es für ihn, wie auch seine Familienmitglieder, keines gab.
„Katalavaíno;“ lachte die junge Frau, als Leon doch so ein Armband haben wollte und legte ihm ein Schwarzes an. „Ola kalá?“, wollte sie dann von dem Jungen wissen.
Leon, obwohl er natürlich kein Wort griechisch verstand, nickte und grinste über beide Backen. Clara hielt der Frau ebenso ihren Arm hin. Auch sie bekam ein Schwarzes…

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