„Gegen uns beide hätte niemand eine Chance.“ Sie schwiegen eine Weile.
„Ist es kein Problem, wenn du so lange aus eurem Lager weg bist?“, wollte Grit wissen. Luna schüttelte den Kopf.
„Nein, Insuk und Naag wissen Bescheid. Sie sind mit mir auf der Jagd.“ Sie lächelte bei ihren Worten und zwinkerte Grit mit einem Auge zu.
„Kennst du Agarth?“, fragte Grit plötzlich, als hätte sie eine Eingebung gehabt.
„Du meinst den kleinen Mann am Meer?“, fragte Luna.
„Ja, den kleinen Mann am Meer.“ Jetzt hob Grit den Kopf und sah Luna fest in die Augen.
„Habt ihr ein Problem mit ihm?“ Luna zuckte mit den Schultern.
„Nein, gar nicht, er ist friedlich und keine Gefahr. Warum fragst du?“
„Er hat mir das Leben gerettet“, erzählte sie. „Und er ist sehr einsam, da wo er lebt. Er hat große Angst vor Fremden. Vielleicht könntest du Kontakt mit ihm aufnehmen? Er ist handwerklich sehr geschickt. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr viele Dinge tauschen könntet.“ Grits Blick war voller Hoffnung.
„Ich kann ihn besuchen.“ Luna lächelte. „Und gegen die Einsamkeit könnte ich vielleicht auch etwas organisieren. Ich weiß von einigen unserer Kriegerinnen, die gerne auch mal frisches Fleisch ausprobieren möchten.“ Dass Grit ihm damit das Leben gerettet hatte, konnte sie nicht ahnen, denn Luna besuchte ihn einige Wochen später und konnte ihn aus den Fängen der Krähenkrieger befreien, die keinen Unterschied zwischen Gut und Böse machten, wenn sie Beute mit in ihr Lager nehmen konnten. Das aber lag in der Zukunft. Gegenwärtig hatte etwas anderes die Priorität. Sie schliefen über ihr Gespräch ein und hatten eine warme Nacht zusammen.
Grit hatte versucht, Informationen von Luna zu bekommen, aber das war schwierig, da sie ja selbst nicht genau wusste, wonach sie suchen musste. Und Luna selbst war bisher nur ein einziges Mal in dieser Gegend gewesen.
Eine Reise
Parallele Dimensionen - Teil 11
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