Die Dimension benötigte Wasser, also gab es Wasser an bestimmten Tagen. Mit dem Licht war es das Gleiche. Ein plötzlich auffrischender Wind unterbrach ihre Gedanken. Sie sah in den blauen Himmel. Mit dem Wind war es genauso. Scheinbar gab es auch Tiere. Woher sonst sollten die Felle stammen, in die sich die Barbaren gehüllt hatten, die Agarth gesehen hatte? Wenn das aber alles gesteuert war, dann war diese „Strafdimension“ oder „Gefängnisdimension“, wie auch immer man es nennen wollte, nicht ganz ohne Beobachtung und Kontrolle. Und wenn sie kontrolliert wurde, musste man sie auch erreichen und damit auch wieder verlassen können.
„Lasst uns eine Pause machen, Madame“, hörte sie Agarth durch ihre Gedanken sagen. Sie drehte sich um und sah ihn an einer niedrigen Pinie stehen und auf den Schatten unter ihrem gewölbten Nadeldach deuten. Sie machten eine ausgiebige erste Rast. Sie tranken und aßen eine Kleinigkeit und ruhten sich aus. Agarth erzählte, woran er sich erinnern konnte, als er noch klein war. Als sein Vater noch gelebt hatte. Wie er krank wurde und starb, und wie Agarth dann ohne ihn zurechtkommen musste. Er tat Grit entsetzlich leid, so lange Zeit alleine sein zu müssen. Sie wusste aber auch, dass er ein Leben führen konnte, um das ihn viele andere Menschen beneiden würden. Als der Wind zunahm, brachen sie wieder auf und marschierten, bis es begann, dunkel zu werden. Sie waren jetzt eine Nacht und einen ganzen Tag unterwegs. Sie waren beide geschafft.
Agarth deutete mit dem Arm auf ein Wäldchen, das sich einige hundert Meter links von ihrer Richtung befand.
„Dort werden wir übernachten. Es gibt da Wasser. Morgen geht es dann weiter.“
Grit folgte ihm zu der Baumgruppe, die ebenfalls aus Pinien bestand und ein kleines Dach in der endlos scheinenden Steppe bildete.
Eine Reise
Parallele Dimensionen - Teil 11
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