Eine Reise

Parallele Dimensionen - Teil 11

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Eine Reise

Eine Reise

Emil Lorenz

Es war wie in einer Romantikschnulze. Inmitten der Bäume befand sich ein winziger Weiher von vielleicht drei Metern Durchmesser. Das Wasser war klar und herrlich kühl. Prima programmiert, dachte Grit und bedankte sich im Geiste bei der zuständigen Verwaltung. Die stetige Anstrengung oder auch die Gegend hatte zudem den Effekt, dass sich ihre Hormone absolut ruhig verhielten. Sie hatte kein Interesse an sexueller Betätigung. Auch Agarth schien diesbezüglich auf absoluter Sparflamme zu laufen. Sie nutzten das idyllische Plätzchen, um ihre Wasservorräte zu ergänzen, sich zu waschen und sich in der Nacht auszuruhen. Was die folgenden Tage bringen würden, stand in den nicht vorhandenen Sternen. Diesbezüglich war die Programmierung wohl doch nicht so gelungen.
Sie marschierten den folgenden und auch den darauffolgenden Tag und hatten am Abend des dritten Tages die niedrigen Berge erreicht. Die Überquerung erforderte einen weiteren Tag. So langsam gingen ihnen das Wasser und der Trockenfisch aus. Der Fisch hatte den Riesennachteil, dass er noch mehr Durst verursachte, weshalb Grit davon absah, ihn zu essen. Am Morgen des fünften Tages sahen sie ihr Ziel dann in weiter Ferne vor sich. Und sie sahen noch etwas, das ihr Herz höher schlagen ließ. Etwa in der Mitte der riesigen Ebene, die sich vor ihnen bis zu dem weit entfernten Gebirge erstreckte, zog sich ein Flusslauf durch den Karg der Steppe. Agarth schätzte, dass sie bis zum Abend dort sein könnten. Auf dieser Seite der Hügelkette hatte die Hitze auch spürbar nachgelassen, sodass sie den Fluss schon am noch hellen Nachmittag erreichten. Die Ufer des zweihundert Meter breiten Gewässers wurden von einer breiten grünen Ufervegetation gesäumt. Für Grit sahen die halbhohen Bäume wie Mangroven aus. Allerdings war Biologie keine ihrer Stärken gewesen.

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