Eine Reise zu Dritt - Tag 2

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Eine Reise zu Dritt - Tag 2

Eine Reise zu Dritt - Tag 2

Yupag Chinasky

Sie solle dem Pferd einen runterholen, es sei doch ein Hengst und der sei bestimmt auf sie scharf, er wisse es nur noch nicht. Ima wusste nicht, sollte sie lachen oder lieber die beleidigte Leberwurst spielen. Wie dem auch sei, sie saßen dann wieder im Auto, hörten Musik aus dem Ei und fuhren weiter in Richtung Meer und Strand und Club.

Die Krokodilfarm

Die Landschaft auf dem Weg zum Meer war wenig aufregend, flach wie ein Brett und uninteressant wie ein schlechter Roman. Sie fuhren an großen Feldern mit reifem Zuckerrohr vorbei, durchquerten kleine Straßendörfer, sahen einsame Häuser unter hohen Bäumen und vereinzelt auch Kühe, die hinter Weidezäunen grasten. Ein Höhepunkt war zweifellos der Viehauftrieb von ein paar Dutzend Kühen durch zwei Cowboys auf Pferden, die vor ihnen in einer mächtigen Staubwolke die Straße überquerten. Interessant wurde die Gegend erst, als sie sich der Küste näherten, dort fanden sich mehr Ansiedlungen und auch interessante Orte, wie zum Beispiel eine Krokodilfarm. Sie wären fast vorbei gefahren, weil sie versteckt abseits der Landstraße lag, wenn nicht Ima vom Rücksitz aus, ein von Büschen verdecktes Hinweisschild gesehen hätte. Es gab in der Farm eine Vielzahl von Krokodilen, angefangen bei ganz jungen, winzigen, frisch geschlüpften bis zu einem alten, riesigen, bösartigen Ungeheuer, das vielleicht sogar Menschen gefressen hatte, als es noch in Freiheit war. Der Wärter, der sie durch die Anlage führte, versicherte, dass dies für so große Krokodile kein Problem sei und dass solche Unglücke sogar heute noch stattfänden. Die meisten Tiere lagen träge herum und dösten, manche mit weit aufgesperrtem Rachen, andere schienen boshaft zu grinsen. Ab und zu glitt eines der Tiere ins Wasser, während ein anderes an Land kroch, aber mehr geschah nicht, denn leider gab es keine Fütterung, die fand nur einmal in der Woche statt.

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