Auf die Frage, was die Tiere zu fressen bekämen, sagte der Führer, Fleischabfälle, Fische und vor allem lebende Hühner. Dafür gab es aber eine andere kleine Überraschung. Gegen ein geringes Trinkgeld durfte jedes Mädchen ein kleineres Tier für ein Erinnerungsfoto in den Armen nehmen. Die beiden reagierten so unterschiedlich, wie auch ihre Charakter war. Während Rosa sofort das Tierchen an ihren Busen drückte und sich höchst provokativ in Positur stellte, musste Ima erst mühsam überredet werden, ehe sie sich dazu bequemte, es anzufassen. Es war ganz offensichtlich, dass sie große Angst vor dem Krokodil hatte, obwohl ihm das Maul mit einem Strick zugebunden worden war. Sie tue es nur ihm, dem Fotografen zuliebe, versicherte sie mehrfach und war dann auch sichtlich froh, es rasch wieder an Rosa übergeben zu können. Rosa hielt es nun triumphierend so über den Kopf, dass der Schwanz auf ihrem Ausschnitt lag. In dem kleinen Kiosk, der zu der Farm gehörte, gab es eine weitere Überraschung. Auf einem handgeschriebenen Schild lasen sie, dass man sich Krokodilsteaks braten lassen könne. Es war zwar noch nicht Mittagszeit, aber das Frühstück war nicht gerade üppig ausgefallen, und da seine Neugier groß war, wie Krokodil schmecken würde, bestellte er eine Portion. Diesmal war es Rosa, die nur einen kleinen Bissen nahm, obwohl das Krokodil wie Hühnerfleisch schmeckte und durchaus essbar war. Ima dagegen war mutig und langte kräftig zu, obwohl auch sie noch nie im Leben "so was Irres" gegessen hatte. Überhaupt war erstaunlich, wie viel Ima essen konnte und trotzdem so schlank, wie eine Gerte blieb. Sie nähme einfach nicht zu und sie wisse auch nicht, warum das so sei, erklärte sie auf seine Nachfrage.
Die Ferienanlage
Von der Krokodilfarm waren es nur noch wenige Kilometer bis zum Meer. Schon nach kurzer Zeit sahen sie die Häuser der Ferienanlage.
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