Ima verstand es perfekt, die marode Lagerhalle als Laufsteg zu nutzen und sich als deren absoluten Blickfang zu präsentieren. Es machte ihm großen Spaß, Ima in allen möglichen Posen und Bewegungen einzufangen und er merkte gar nicht, wie Rosa immer mehr ins Abseits geriet und dass sie immer wütender und eifersüchtiger wurde.
Rosa fühlte sich ausgegrenzt, abgeschoben, vernachlässigt, es wurmte sie mächtig, dass ihre Freundin mehr Aufmerksamkeit bekam als sie, denn normalerweise war es umgekehrt. Rosa war der Star, die Hauptperson, Ima hatte nur eine Nebenrolle und war eigentlich nur geduldet. Aber dieser Fotograf hatte das Normale umgedreht, sie, Rosa, nur noch am Rande beachtet und das musste sich ändern. Sie überlegte lange und ihr war dann klar, dass es nur eine Möglichkeit gab, die notwendige Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken und sie tat, was sie tun musste. Sie stellte sich in die Mitte der Halle, während er damit beschäftigt war, Ima auf einem Fenstersims zu fotografieren. Ima, die ihre langen Haare malerisch im Wind wehen ließ oder ihre gepflegten Hände darin vergrub. Ima, die ihre langen Beine auf die Fensterbrüstung stellte und ihre schlanke Figur in Szene setzte. Ima, die je nach Wunsch des Fotografen ernst oder traurig aussah, die lächelte oder fast weinte, mit einer ausgesprochen abwechslungsreichen Mimik. Ima, das geborene Fotomodell. Während die beiden also sehr beschäftigt waren, streifte sich Rosa das enge Kleid über den Kopf. Nun hatte sie nur noch ihren rosa Slip und ihren weißen BH an und auch diese Reste ihrer Bekleidung gedachte sie abzulegen, wenn die ersten Aufnahmen gemacht waren. Sie wartete noch einen Moment, aber die beiden waren ganz aufeinander konzentriert, dann schrie sie, laut und zornig. Natürlich drehten sich Ima und der Fotograf sofort um, sahen in ihre Richtung, waren natürlich überrascht, die halbnackte Rosa zu sehen, die sich bemühte umwerfend auszusehen und natürlich ließ er Ima sitzen, dort wo sie saß, auf der Fensterbank mit angezogenen Beinen und rannte schier zu Rosa.
Eine Reise zu Dritt - Tag 2
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