Die junge Bäuerin werkelte in der angrenzenden Küche, man hörte sie vor sich hin singen, allerlei köstliche Düfte wehten zu ihnen herüber und immer, wenn sie sichtbar wurde, aus den Tiefen der Küche in das Esszimmer kam, lächelte sie und er bewunderte sie, eine hübsche, dynamische, effiziente Frau, sie gefiel ihm, sogar sehr. Dann brachte sie die gut gefüllten Teller, sie aßen und es schmeckte gut, besonders gut schmeckten ihm die gerösteten Bananen und die wunderbar duftende Schwarte. Auch Ima,, die wieder kräftig zulangte, mochte sie sehr und erklärte ihm, dass man sie "chicharon" nenne. Ima kaute und strahlte, während Rosa sich auf den Reis und die Bananen konzentrierte, Schweinefleisch möge sie nicht, ließ sie wissen, Ima darauf spitz, sie wisse sehr wohl, welches Fleisch ihr gut schmecken würde, aber jetzt seien sie beim Mittagessen und nicht im Bett. Rosa schaute sie finster an. Dann war alles weggeputzt und sie verließen gesättigt und gestärkt die freundliche Bäuerin und wieder wechselte ein ordentliches Trinkgeld den Besitzer und machte einen Menschen glücklich.
Die Señora
Sie fuhren weiter, die Sonne näherte sich dem Horizont und es stellte sich die Frage, wo sie diese Nacht verbringen würden. Es war Ima, die dieses Mal ihre verwandtschaftlichen Beziehungen ins Spiel brachte. Sie kenne, so wie Rosa, eine entfernte Verwandte in einer Stadt, durch die sie ohnehin fahren müssten, sie läge ganz in der Nähe. Diese Tante habe sie schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen, sie sei aber nett und habe bestimmt nichts dagegen, wenn man bei ihr übernachte, denn sie sei reich und habe ein großes Haus, mehr wisse sie aber nicht, nur dass die Tante in dieser Stadt wohnt. Sie kenne weder die Straße, noch wisse sie, wo das Haus sein könnte, aber sie kenne natürlich ihren Namen und wisse, dass ihr Mann eine bedeutende Persönlichkeit in dem Ort war, Bürgermeister oder Parteichef oder so was, erklärte sie stolz.
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