Eine Reise zu Dritt - Tag 4

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Eine Reise zu Dritt - Tag 4

Eine Reise zu Dritt - Tag 4

Yupag Chinasky

Man darf ein Restaurant nicht nur nach seinem äußeren Erscheinungsbild beurteilen, erklärte er seinen Mädchen, die ziemlich entsetzt waren, als sie das Strohdach im Hof sahen, unter dem sie Platz nahmen und die immer noch enttäuscht waren, weil es kein Hühnchen gab und weil das Lokal, das sogar in seinem Reiseführer stand, geschlossen war. So saßen sie dann tapfer unter dem Strohdach und warteten. Zum Glück dauerte es nur eine gute halbe Stunde, in der sie aber von zahlreichen Moskitos ausgiebig gestochen und regelrecht ausgesaugt wurden. Sie fanden zwar einen Weg, ihre Wunden zu lecken, im wahrsten Sinn des Wortes, aber die Viecher waren dennoch äußerst lästig. Das einzig wirklich Angenehme war das kühle Bier, mit dem sie ihren großen Durst löschen konnten und das sie tröstete. Der alte Mann hatte zum Glück genügend dieser Köstlichkeit in seinem Kühlschrank gelagert. Er sagte übrigens, als sie ihn auf die Mückenplage ansprachen, dass das nicht normal sei, sie seien nur so verrückt, weil es am nächsten Tag regnen würde, viel regnen betonte er und kratzte sich am Arm. Dann war das Essen fertig, ein schöner, mittelgroßer, gebratener Fisch lag auf großen, grünen Bananenblättern vor ihnen, dazu gab es frittierte Bananen, Salat und Reis, das Übliche, das, was zu einem Festessen in diesem Land gehörte. Der Fisch schmeckte nicht schlecht, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass mit viel Salz und Gewürzen ein leicht irritierender Geschmack überdeckt werden musste. Er fragte die Mädchen, wie sie den Fisch fänden. Rosa meckere wie immer, aber Ima hatte nichts zu beanstanden und aß alles auf, was auf ihrem Blatt lag und das, was Rosa übrig gelassen hatte. Am Ende der Mahlzeit war alles weggeputzt, bis auf die Gräten natürlich, die zum Teil reichlich tückisch gewesen waren. Zum Essen und auch noch danach tranken sie weitere Dosen Bier, bis der Vorrat aufgebraucht war und sie nun keinen Grund mehr hatten, sich den Plagegeistern weiter auszusetzen.

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