Eine Reise zu Dritt - Tag 4

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Eine Reise zu Dritt - Tag 4

Eine Reise zu Dritt - Tag 4

Yupag Chinasky

Aber da waren ja die Moskitos gewesen, diese Plagegeister und die stachen und stachen und es juckte und juckte und er kratzte sich und kratzte sich überall, konnte aber die Stiche auf seinem Rücken nicht erreichen. Er bat die beiden, ihm zu helfen und die Stiche sanft zu kratzen, er könne es kaum noch aushalten. Sie taten es mit Vergnügen, nicht nur auf seinem Rücken, überall und Ima hatte die Idee, nicht mit den Fingernägeln zu kratzen, sondern die kleinen Wunden mit ihren Lippen zu berühren, mit ihre Spucke zu desinfizieren, mit ihrer Zunge zu lecken. Und auch daran fanden sie Gefallen und leckten sich gegenseitig die vielen Stiche. Sie glichen drei Affen, die sich lausten, sie berührten sich unentwegt, schlugen Moskitos tot, kratzen sanft und leckten die Stiche hingebungsvoll. Seltsam war, dass er nur die Berührungen von Ima wahrnahm, weniger seltsam war, dass er selbst fast nur die Stiche von Ima versorgte, bis Rosa lautstark protestierte, er würde sie benachteiligen und dann kam, das Essen und sie hörten mit diesem Spielchen auf und widmeten sich Wichtigerem.

An das alles muss er denken, als sie im Wohnzimmer zusammensitzen und die Flasche Rum leeren, die sie in dem kleinen Laden erstanden hatten. Der Tag geht ihm durch den Kopf. Ima geht ihm durch den Kopf und die Gedanken, wie er die Nacht mit ihr verbringen könnte, nur mit ihr, beherrschen ihn. Ima lächelt ihn wieder auf rätselhafte Weise an, als könne sie Gedanken lesen. Rosa spürt vielleicht unbewusst, dass sich da etwas zwischen den beiden aufbaut, aber sie lässt sich nichts anmerken, tut so, als ob alles ganz normal sei, allerdings trinkt sie mehr als die beiden, deutlich mehr. Und das ist die Lösung, sie fällt ihm ganz plötzlich ein. Er muss es irgendwie schaffen, dass Rosa richtig besoffen wird, während er und Ima sich zurückhalten. So besoffen, dass sie nicht mehr mitbekommt, wie sie vögeln.

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