Er sah sie misstrauisch an, aber als sie ins Gespräch kamen, taute er sichtlich auf. Er erklärte, dass dies kein Hotel sei, sondern ein Feriendomizil der Regierung und der Partei, aber zurzeit seien keine Gäste anwesend. Er arbeite hier als Aufseher und Manager und wohne auch hier, zusammen mit seiner Frau. Diese sei jedoch nicht da, sondern in die Stadt gefahren. Dann wollte er wissen, woher der Fremde komme und als er Deutschland hörte, strahlte sein Gesicht. Vor Jahren, so der Wärter, als er noch aktiver Sportler war, habe er als Ruderer an den Olympischen Spielen in München teilgenommen und sehr viele positive Eindrücke mitgebracht. Der Bann war gebrochen und der Wärter lud sie auf einen Drink ein, den sie auf der Hotelterrasse nehmen könnten, er möchte noch ein bisschen über die alten Zeiten plaudern. Er schloss die Eingangstür auf und rief laut einen Namen. Die Terrasse war wunderbar, der Blick auf das Meer und das Gebirge phantastisch, der Fußboden mit wunderschönen blauen, spanischen Fliesen belegt. Ein zweiter Mann, er wurde als compañero und Koch vorgestellt, begrüßte sie ebenfalls sehr freundlich und frage, was sie trinken wollten. Er und der Wächter bestellten ein Bier, die Mädchen süße Limonade. Sie sprachen dann, so gut es eben ging, über diese Olympiade, über sein Land und ob es dort kalt sei und ob er in Ost- oder in Westdeutschland lebe und dass die sozialistischen Staaten Freunde seien. Dann, ziemlich unvermittelt, fragte der Wächter, ob sie Hunger hätten, er habe großen Hunger und er würde sie gerne zum Essen einladen, wegen der vielen Erinnerungen an die schönen Zeiten damals, die sein Besuch in ihm wieder erweckt habe. Sie waren überrascht, aber der Mann erklärte ihnen den Grund, dieser spontanen Einladung. Er und sein Kollege hätten Vorräte eingekauft und Essen für einige hohe Bonzen vorbereitet, die hier ein paar Tage verbringen sollten, aber kurzfristig absagen mussten, die Politik ginge nun mal vor, fügte er entschuldigend hinzu.
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