Eine Reise zu Dritt - Tag 5

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Eine Reise zu Dritt - Tag 5

Eine Reise zu Dritt - Tag 5

Yupag Chinasky

Beide stimmten zu, Rosa eher verhalten, Ima hatte noch eine Nacht vor sich und war zufrieden.

Sie fuhren versöhnt weiter, erst durch einen Wald, dann kam ein kleiner Fluss, den sie überquerten, hinter der Brücke bog die Straße scharf ab, ihr weiterer Verlauf war durch Felsen verdeckt. Er fuhr langsam über die Brücke, sie hörten, wie Compay segundo von Liebe sang, dann waren sie in der Kurve und direkt hinter der Kurve stieg die Straße völlig unerwartet und ungewöhnlich steil an. Es war die steilste Steigung, an die er sich erinnern konnte, sagte er später. Er gab Gas, dann schaltete er einen Gang herunter, dann noch einen und gab noch mehr Gas. Sie waren jetzt auf halber Höhe der Steigung, denn oben sah man schon das Ende und ein Haus und davor standen Menschen und beobachteten, wie sich das Auto quälte. Und wie es sich quälte, es wurde immer langsamer, obwohl er das Gaspedal voll durchdrückte und schon im niedrigsten Gang war. Der Motor wurde leiser, das Auto stand schon fast, gleich würde es ganz stehen bleiben und dann? An diesem Berg anfahren, mit diesem schwachen Motor? Schlimmer noch, der Wagen könnte zurückrollen, unkontrolliert. Sie sollen raus, schrie er panisch den Mädchen zu, schnell aussteigen und schieben. Dann drückte er die Kupplung voll durch, der Motor heulte auf, die Handbremse verhinderte, dass der Wagen zurückrollte, aber vorwärts ging es auch nicht mehr. Er ließ die Kupplung wieder langsam los, lockerte die Bremse, hoffte auf die Mädchen, doch die waren zu schwach. Die Reifen drehten durch, es stank nach verbranntem Gummi, das Auto bewegte sich leicht rückwärts. Was tun, mein Gott, was tun, schoss es ihm durch den Kopf? Und wieder nahte im entscheidenden Moment Hilfe. Zwei der Männer von dem Haus auf dem Berg kamen angerannt und mit vereinten Kräften gelang es schließlich das Auto dazu zu bewegen, weiter hochzufahren.

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