Sie wollte die Tür wieder schließen, da kam Rosa eilig an und überschüttete sie mit einem Wortschwall. Vielleicht war es ihre Überredungskunst, jedenfalls war die Frau auf einmal ganz freundlich und bat die beiden in das Haus. Rosa flüsterte ihm zu, die Frau habe geglaubt, er sei ein Russe, sie möge keine Russen, sie sei eine gute Christin, die Russen würden nicht an Gott glauben. Als sie gehört habe, dass er Deutscher sei, habe sie gesagt, der alte Papst sei Deutscher, Deutsche seien ihr deswegen hochwillkommen. Dann zeigte sie ihnen das Zimmer. Es war eng und roch nicht gut, aber für eine Nacht würde es gehen. Der Preis war moderat, wie immer in den casas particulares, er stimmte zu, und während die Frau die Papiere vorbereitete, die sie unterschreiben mussten, holten sie das Gepäck aus dem Auto, und als sie zurückkamen, war Ima dabei. Die Frau schaute sie fragend an, was sie denn wolle, auch ein Zimmer. Sie gehöre zu den beiden, sagte Ima freundlich. Da sei doch schon eine Frau, ob der Deutsche zwei Frauen habe, ob er vielleicht Mohammedaner sei? Rosa tat erstaunt, ob zwei Frauen ein Problem seien. Ja, bestätigte die Frau, ein großes Problem. Das Zimmer dürfe sie nicht an eine solche gemischte Gesellschaft vermieten, das sei verboten, zwei Frauen und ein Mann in einem Zimmer, das sei verboten. Außerdem sei es nicht christlich, mit zwei Frauen in einem Bett zu schlafen. Wer weiß, spekulierte sie weiter, vielleicht seien die beiden Prostituierte, die der Ausländer bezahle, um unsittliche Sachen zu machen, aber Prostitution sei in diesem Land streng verboten, das müsse sie doch wissen. Rosa redete auf sie ein, Ima redete auf sie ein, sie seien keinesfalls putas, sie seien ehrenwerte Frauen, und wenn sie zu zweit im Zimmer seien, könnten auch keine unsittlichen Dinge passieren. Die Frau blieb jedoch bei ihrem Entschluss, es sei nicht möglich drei in einem Zimmer.
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