Wenn ihr Mann nach Hause komme, würde er toben. Er sei ehemaliger Polizist, Hüter des Gesetztes und auch ein guter Christ mit viel Moral und deshalb würde er sie umgehend wieder rausschmeißen. Ob es nicht ausnahmsweise doch möglich sei, zu dritt, bettelte Rosa, es sei spät, sie seien Freundinnen, bestimmt keine putas, es würde bestimmt nichts Unmoralisches geschehen in der Nacht, ganz bestimmt nicht. Nun mischte auch er sich ein und bot an, den doppelten Preis zu bezahlen, wenn das hilfreich sei. Die Frau war empört, ob er glaube, sie sei eine Kupplerin oder auf sein dreckiges Geld angewiesen, er sei ja noch schlimmer als ein Russe, er sei ganz bestimmt ein gottloser Mohammedaner. Nichts ging mehr, sie verließen die unbeugsame Christin und gingen wieder hinaus in den Regen, hinein in die Nacht, setzten sich in das Auto und waren ratlos.
Nicht nur ratlos, auch frustriert. Rosa bedrängte ihn, er solle doch noch in der Nacht fahren, damit sie zu Hause schlafen könnten, er könne bei Ima übernachten oder bei ihr, das sei nicht legal, aber möglich. Ima bekräftigte, dass sie nicht nach Hause wolle, auch nicht, wenn er dann in ihrem Haus sei, dann lieber eine Nacht im Auto, schlug sie vor, und morgen würde es sicher nicht mehr regnen. Er war unentschlossen, wog ab, dachte nach, aber dann war klar, in der Nacht fahren, das wollte er nicht, das war gefährlich. Erst einmal gehen wir essen, schlug er vor, um Zeit zu gewinnen, und beide stimmten zu. Aber auch das war nicht so einfach, wie sich rasch herausstellte. Ja, es gäbe ein Restaurant, sagte ein junger Mann mit lockigen Haaren, der in dem überdachten Eingang eines Ladens stand, eine Zigarette rauchte und den nicht enden wollenden Regen betrachtet. Es gäbe eines, aber es sei geschlossen, man habe Bakterien in der Küche festgestellt, Leute seien krank geworden.
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