Der Regen erschwerte die Sicht enorm. Landeklappen weiter raus. Der First Officer neben Olivia hatte seine Hand bereits auf dem Triebwerkshebel. Fahrwerk raus. Ein kurzes Durchsacken und wegdriften. Die A350 kam ein wenig schräg auf die Landebahn zugeflogen. Noch eine Böe. Dann ging es blitzschnell. Liv korrigierte kurz und sofort darauf setzte der Vogel auf. Hart, sehr hart. Aber dieses Aufsetzen verhinderte, dass die Maschine versetzte. Das Bremsen übernahm der Flieger selbsttätig. Dazu die Schubumkehr. „Kein Durchstarten!“ ermahnte Olivia ihren Kollegen.
Letztendlich verblieben von den 2700 Metern insgesamte Bahnlänge noch etwa 150 Meter, als Liv die manuelle Steuerung übernahm, den Vogel drehte und mit Hilfe des Funkkontaktes zum Tower ihre A350 zur Parkposition steuerte.
„Liebe Passagiere, willkommen auf Madeira! Vielleicht interessiert es sie, dass wir heute bei diesem Scheißwetter die Ersten sind, die es auch geschafft haben, hier zu landen. Ich wollte Ihnen die Schiffsüberfahrt bei dem Wellengang ersparen und wünsche Ihnen schöne Tage auf der Insel!“
Olivia wiederholte ihre Durchsage auf Englisch und betonte dabei das „fucking shit weather“.
Wie so oft verabschiedete Olivia einen Teil der Passagiere persönlich. Eine Frau mit einem Kind an der Hand sprach Olivia an: „Wie war das gemeint, wir wären die Ersten heute, die es geschafft haben, hier zu landen?“
Olivia lächelte die Frau an und antwortete: „Im Wasser gelandet ist keiner! Wir wurden aber vom Tower gewarnt, dass die fünf Maschinen vor uns trotz mehrerer Anflüge eine Landung nicht hinbekommen hatten.“ Das Kind, ein Junge von vielleicht vier Jahren, strahlte Olivia an. Sie ging vor dem Kind in die Hocke und fragte: „Hat Dir das Fliegen gefallen?“
Liv bekam zwar keine Antwort, aber der Junge flirtete mit ihr. „Magst Du einen Flieger von mir?“
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