Jetzt war es für Matthias zu viel, er stellte sich vor Anne hin, fasste ihren Bademantelkragen an und bedeckte ihre Blöße. „Du solltest dir etwas anziehen!“, sagte er und zog den Kragen noch etwas enger und gab ihr spontan einen leichten Kuss auf die Wange.
Überrascht hielt Anne jetzt selber ihren Bademantel zu und meinte: „Ja, das sollte ich wohl tun.
Während Matthias noch mit ihrer Nähe zu kämpfen hatte, als er mit seinen Lippen ihre Wange berührte und sich in ihm wilde Gefühle entwickelten, hatte sein plötzlicher Kuss bei Anne Erstaunen ausgelöst.
Solange sie ihren Mann Maik kannte, war ihr nie wieder ein Mann so nahe gekommen wie jetzt gerade Matthias. Sie lauschte den Empfindungen nach, die dieser Kuss in ihr ausgelöst hatte. Es fühlte sich so anders an, so fremd und doch so vertraut.
Noch lange nachdem Matthias gegangen war und ihr gesagt hatte, dass er sie morgen früh um zehn Uhr abholen würde, stand sie, abgestützt an ihrem Küchentisch und dachte an das, was gerade passiert war.
Seit über einem Jahr hatte sie niemanden an sich ran gelassen. Kinder waren ihr und Maik verwehrt geblieben, obgleich sich Maik sehnlichst eine Tochter gewünscht hätte. Auch sonst hatten sie keine Verwandten, die in der Nähe wohnten. Weder Anne noch Maik hatten Geschwister, so war für sie die Einsamkeit vorprogrammiert.
Doch auf einmal war da jemand, der sich um sie sorgte. Das war ein unbekanntes Gefühl für sie, ließ aber langsam Wärme in ihr aufsteigen und als sie daran dachte, dass Matthias versprochen hatte sie morgen abzuholen, kam auch etwas wie Unruhe in ihr hoch.
-*-
Als Matthias vor die Tür trat, war er überrascht, wie hoch der Schnee mittlerweile lag und der Schneefall und der Wind noch zugenommen hatte. Wenn das so weitergehen würde, konnte er Anne morgen früh nicht holen, dazu war sie noch zu schwach. Er würde dann einfach alles zum Frühstück einpacken und mit zu ihr rüber nehmen.
Vielen
schreibt UHS_1960